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Neue Impfstoffe gegen das Hepatitis-C-Virus (HCV)

Hepatitis C ist eine Entzündungserkrankung, die über das Blut übertragen wird und mit der sich etwa 0,4 bis 2% der Weltbevölkerung infizieren. Bei fast der Hälfte dieser Menschen entwickelt sie sich zu einer chronischen Erkrankung und führt in 20% dieser chronischen Fälle zu Leberzirrhose. Des Weiteren verursacht HCV hepatozelluläre Karzinome. Durch Analyse der HCV-spezifischen Immunreaktion wurde eine neue Strategie entwickelt, die die Entwicklung eines Impfstoffes gegen HCV erleichtert.

Gesundheit

HCV ist ein RNS-haltiges Virus mit hoher Sequenzvariabilität bei verschiedenen Genotypen. Bei der Untersuchung seiner Aktivität hatten die Forscher daher große Schwierigkeiten, zytotoxische T-Lymphozyten (Cytotoxic T-Lymphocytes, CTL) in vitro zu aktivieren und auszudehnen, um die Antigendarstellung für die CTL nachzuahmen, die während einer natürlichen Infektion auftritt. Hinzu kommt, dass erstmalig infizierte Hepatozyten nicht als Stimulator- bzw. Zielzellen für eine CTL-Analyse verwendet werden können. Aus diesem Grund konzentrierte sich das Expertenteam bei seinen Forschungsarbeiten in erster Linie auf die Spezifikation der Komponenten, die - unter dem Aspekt der Entwicklung von Strategien für Impfstoffe - an der protektiven Immunität beteiligt sind, und betrachteten dabei die Faktoren, die sich möglicherweise auf die Virenfreigabe und Lebererkrankungen auswirken. Die Rolle der Immunreaktion im Verlauf einer HCV-Infektion ist nach wie vor ein ungelöstes Rätsel für die Wissenschaftler, die außerdem klären müssen, ob die bei unterschiedlichen HCV-Genotypen gefundene Antigenvariation zur Pathogenese von Hepatitis C beiträgt. Daher begab sich das Team erst einmal daran, die Immunreaktion zweier Versuchsgruppen auf die verschiedenen HCV-Proteine zu charakterisieren. Bei diesen Gruppen handelte es sich um Patienten mit einer akuten Infektion, die sich wieder erholten, und um solche, die eine chronische Infektion entwickelten. Dabei gelang es den Forschern, die Immunreaktion in beiden Fällen, nämlich der Virenfreigabe und der Pathogenese von Lebererkrankungen, zu analysieren. Während dieser Studien identifizierte das Team die Antigen-Spezifität und die Effektorfunktionen suffizienter T-Zell-Antworten der HLA-Klassen I und II auf HCV im peripheren Blut und in der Leber und führte eine quantitative (ELISA-Verfahren) und eine qualitative Analyse (durch Neutralisation) der Aspekte der Serum-Antikörperreaktionen auf HCV durch. Die vorausgegangenen Studien führten zu einer übersichtlichen Kartierung von Aminosäurensequenzen (Epitopen) in den verschiedenen HCV-Antigenen, die im Verlauf von akuten und chronischen HCV-Infektionen für die T- und B-Zell-Antworten verantwortlich sind. Außerdem gelang es dem Team, den Mechanismus zu entschlüsseln, nach dem sich diese Antworten auf die Virenfreigabe und die Krankheitsaktivität auswirken. Somit konnte ein besseres Verständnis für den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Viralsequenzen und viraler Persistenz sowie der Erkrankungs-Pathogenese gewonnen werden. Die Ergebnisse dieser Studien bringen zahlreichen Anwenderkreisen - z.B. der Immunologie oder der Biotechnologie- und Pharmaindustrie - große Vorteile, da sie sich zur Entwicklung von Impfstoffen nutzen lassen, die bei Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen HLA-Verhältnissen wirksam sind. Außerdem ist die Charakterisierung der Immunsensitivität auf die verschiedenen HCV-Antigene nach geeigneter Manipulation in der Entwicklung wirksamer Präventionsstrategien gegen HCV-Infektionen einsetzbar.

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