Eigenmotiviertes Museumsinformationssystem
Im Mittelpunkt dieses Projekts stand die Frage, wie man die Nutzer am besten mit dem jeweiligen Informationssystem motivieren kann. Dafür wurde die von Deci und Ryan im Jahr 2002 vorgeschlagene Selbstbestimmungstheorie verwendet. Diese Theorie beschreibt 3 Arten von angeborenen psychologischen Bedürfnissen: Kompetenz, Selbstbestimmung und soziale Beziehungen. Auf Grundlage dieser Theorie und mit Hinblick auf dieses bestimmte Informationssystem wurden 5 Untersuchungsfragen formuliert, die 1018 Schülern zwischen 10 und 18 Jahren gestellt wurden. Die Umfrageteilnehmer wurden zufällig in zwei Gruppen unterteilt, wobei 75% mit dem Informationssystem arbeiteten, während die restlichen Schüler einen Film zum gleichen Thema anschauten. Die Ergebniss der fünf Fragen zeigten, dass die Schüler durch das Informationssystem hoch motiviert waren. Im Vergleich mit den Schülern, die den Film anschauten, bevorzugten sie außerdem das Informationssystem und das angeeignete Wissen war umfassender. Zudem lernten ältere Schüler durch das Informationssystem mehr grundlegende Fakten und Konzepte als die jüngeren Schüler. Die Forscher konnten diese Informationen mit Hilfe von elf Multiple-Choice-Fragen untermauern, während das angeeignete Wissen mit 22 Klassifizierungsaufgaben eingeschätzt wurde. Die motivationalen Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Informationssystem die Bedürfnisse nach Kompetenz und Selbstbestimmung erfüllt und dass es mit einem größeren Maß an Interesse, Freude und wahrgenommenen Auswahlmöglichkeiten verbunden ist. Von diesem Projekt werden insbesondere andere Museen profitieren, die Client-Server Datenbanksysteme besitzen. Unter Verwendung von vorgefilterten Datenbankinformationen, die den Nutzerinteressen entsprechen, werden diese Museen jetzt echte Museumsartefakte und Ausstellungsstücke mit virtuellen Sammelobjekten kombinieren können.