Neue Malariahemmer
In einem EU-finanzierten Projekt des Fünften Rahmenprogramms (RP5) beschäftigten sich Projektpartner mit neu entdeckten Hemmstoffen des Enzyms Deoxyuridin-Triphosphat-Nukleotidohydrolase (dUTPase) in Plasmodium falciparum. Dieses Enzym ist an der Vervielfältigung des Genoms der Parasiten beteiligt, daher würde die Unterbindung seiner Aktivität die Zellteilung von Plasmodium falciparum verhindern. Das Ziel des Plasmodiumdutpase-Projekts lag in der weiteren Optimierung dieser Moleküle zur Herstellung von präklinischen potenziellen Medikamenten. Wissenschaftler bildeten den Aufbau und die dreidimensionale Struktur des aktiven Zentrums des Enzyms in medikamentenähnlichen hemmenden Verbindungen nach. Diese Verbindungen wurden anschließend sowohl mit dUTPase von Plasmodium falciparum als auch mit dUTPase menschlicher Enzyme verglichen. Die Effizienz der neu entwickelten Verbindungen hinsichtlich der Abtötung der Erreger wurde auch mit dem intakten Erreger verglichen. Gleichzeitig versicherten die Forscher, dass die Medikamente ungiftig für Zellen von Säugetieren seien. Obwohl die Verbindungen vor einer klinischen Verwendung noch weiter optimiert werden müssen, zeigt sich, dass die Plasmodiumdutpase-Medikamente starke, selektive Hemmstoffe gegen die Teilung des dUTPase-Enzyms von Plasmodium falciparum sind. Von diesen Medikamenten werden Malariakranke profitieren und sie werden sich auch positiv auf das Problem der Arzneimittelresistenz auswirken.