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Community phylogenetics and conservation on an oceanic archipelago: the flora of the Azores as a case study

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Wie aggressiv sind invasive Pflanzenarten?

Invasive Arten sind eine ernsthafte Bedrohung für Ökosysteme rund um die Welt. Auch entlegene Inselgruppen wie die Azoren bekommen dies zu spüren. Noch bis vor Kurzem war es nicht möglich zu sagen, welche eingeführten Arten invasiv werden könnten und welche genetischen Merkmale dafür verantwortlich sind.

Klimawandel und Umwelt

Europäische Forscher haben invasive Pflanzen und ihre Entwicklung untersucht und dazu riesige genetische und ökologische Datensätze mit Ergebnissen aus 10 Jahren Feldforschung auf den Azoren zusammengestellt. Die Azoren sind ein Archipel im Nordatlantik, das auf etwa halber Wegstrecke zwischen Europa und Amerika liegt. Das mit EU-Mitteln unterstützte Projekt "Community phylogenetics and conservation on an oceanic archipelago: the flora of the Azores as a case study" (Azores) hat auch die Phylogenetik, also die entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhänge, aller 796 Pflanzenarten der Inselgruppe rekonstruiert. Beobachtungen zeigen, dass es wahrscheinlicher ist, dass eingeführte Pflanzenarten invasiv werden, wenn sie mit anderen Arten des Gebiets nicht zu eng verwandt sind. Die Ergebnisse stützen auch die Hypothesen Charles Darwins zur Naturalisierung, die 1859 veröffentlicht wurden. Darin schlug er vor, dass exotische Pflanzen mit Verwandten, die in der neuen Umgebung geboren waren, nicht so erfolgreich waren, wie jene ohne eingeborene Verwandte. Der Grund dafür war seiner Ansicht nach, dass diese neu eingeführten Pflanzen mit Verwandten anfällig für Herbivoren und Krankheiten waren, die ihre eingeborenen Verwandten angriffen. Die Projektpartner fanden heraus, dass die entwicklungsgeschichtliche Verwandtschaft ein zuverlässiger Indikator für die Voraussage ist, wie invasiv eine Art ist. Einige ökologische Merkmale wie die Größe der Spezies und die Größe seines Samen waren auch für invasive Arten auf den Azoren kennzeichnend, doch dies traf nicht auf andere Ökosysteme zu. Deshalb haben Forscher erläutert, dass Pflanzeninvasionen am besten durch die Messung der Nähe der entwicklungsgeschichtlichen Beziehungen vorausgesagt werden können. Dank der Arbeit des Azores-Konsortiums können Invasionen jetzt vorausgesagt werden. Damit ist man der Lösung des Problems auf der ganzen Welt einen Schritt näher. Mithilfe von fortschrittlichen DNA-Sequenzierungstechniken können die Forscher jetzt die Phylogenetik auf Spezies-Ebene für eine wachsende Anzahl von Ökosystemen auf der Welt bestimmen. Damit wird ein Beitrag zu Bestimmung der potenziell invasiven Pflanzengruppen geleistet. Die von Azores durchgeführte Forschung wird dabei helfen die Pflanzen zu bestimmen, die die größte Invasionsgefahr für gefährdete Ökosysteme darstellen und damit einen Beitrag zur Bewahrung der biologischen Vielfalt leisten.

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