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Rettung der Feuchtgebiete weltweit

Von der Lebensmittelbeschaffung bis hin zum Tourismus bieten Feuchtgebiete wertvolle Ökosystemfunktionen und -dienste. Das EU-finanzierte Projekt WETWIN hat nun die Faktoren ermittelt, die Feuchtgebiete gegenwärtig und zukünftig gefährden, und Strategien zur Wiederherstellung sowie zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Feuchtgebieten erarbeitet.

Klimawandel und Umwelt

Der Ansatz von WETWIN, den kontinuierlichen Abbau von Feuchtgebieten aufzuhalten und rückgängig zu machen, basiert auf den vier grundlegenden Voraussetzungen für die Bewirtschaftung von Feuchtgebieten: Sinnvolle Nutzung, adaptive Bewirtschaftung, integrierte Bewirtschaftung von Wasserressourcen und Beteiligung lokaler Gemeinschaften und Interessengruppen. Insgesamt wurden sieben Feuchtgebiete in Afrika, Europa und Südamerika untersucht. Die Forscher um WETWIN identifizierten eine Reihe von Problemen im Zusammenhang mit den untersuchten Fallstudien. Diese umfassen Austrocknung und Verlandung durch reduzierte Zuflüsse, Eingriffe und Störungen durch den Menschen, Umweltverschmutzung und Krankheiten, wie Malaria aus Mückenvektoren tropischer Feuchtgebiete. Darüber hinaus führen der hohe Nährstoffgehalt dieser Abwässer und das nährstoffreiche Regenwasser aus landwirtschaftlichen Flächen zu Problemen mit der Eutrophierung. Die Beteiligung von Interessengruppen von den Standorten der einzelnen Fallstudien spielte für das Projekt eine wesentliche Rolle. Bei WETWIN wurde ein Ansatz mit Ökosystemdiensten zur Charakterisierung der natürlichen und sozioökonomischen Status von Feuchtgebieten verfolgt. Auf die Charakterisierung folgte die Ermittlung wichtiger Fragen/Probleme im Zusammenhang mit der Umwelt und der Lebensgrundlage in den Feuchtgebieten. Mithilfe der DSIR-Methode (Antriebskräfte, Belastungen, Zustand, Auswirkungen und Reaktionen) konnten die Ursache-Wirkung-Mechanismen hinter den Problemen untersucht werden. Ein Schwerpunkt der an WETWIN beteiligten Forscher lag auf der Reduzierung der Empfindlichkeit von Feuchtgebieten im Hinblick auf äußere Einflüsse und Anpassungsfähigkeit. Ziel war es, geeignete Bewirtschaftungsmaßnahmen auf regionaler und überregionaler Ebene umzusetzen. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, die Empfindlichkeit von Feuchtgebieten und deren Einzugsgebieten zu verringern. Wetlands International ist eine gemeinnützige Organisation für den Erhalt von Feuchtgebieten. Ziel der Organisation ist die Umsetzung verschiedener Verbreitungsmaßnahmen, wie WETWIN-Informationsblätter in französischer Sprache, Schulungsunterlagen und Richtlinien sowie eine Broschüre über gesundheitliche Auswirkungen. Außerdem ist die Entwicklung eines umfassenden Modellsystems für das innere Nigerdelta geplant, das zu einem hochauflösenden digitalen Geländemodell führen soll. Den Projektbeteiligten zufolge werden die Ergebnisse von WETWIN die Anerkennung der Funktionen und Dienste verbessern, die Feuchtgebiete lokal und überregional bieten. Die alarmierenden Erkenntnisse des Projekts über den Abbau und die Empfindlichkeit von Feuchtgebieten tragen dazu bei, das Bewusstsein von Politikern, Führungskräften und Interessengruppen zu schärfen. Diese Maßnahmen können die Erhaltung, Wiederherstellung und nachhaltige Bewirtschaftung von Feuchtgebieten insgesamt mehr in den Mittelpunkt rücken.

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