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Durch Zecken übertragene Krankheiten angehen

Aufgrund der Erderwärmung breiten sich Zecken und durch Zecken übertragene Krankheiten (Ticks and Tick-Borne Diseases, TTBD) aus und stellen ein erhöhtes Risiko für die Gesundheit von Tier und Mensch dar. Im Rahmen eines EU-Schulungsnetzes arbeiteten Postgraduierte an der Gestaltung effektiver TTBD-Kontrollstrategien.

Gesundheit

Zecken können eine Vielzahl pathogener Viren, Bakterien und Protozoen tragen und übertragen. Die Forschung im Hinblick auf die Entwicklung effizienterer Impfstoffe in Kombination mit einer verbesserten TTBD-Kontrolle war das Ziel des EU-finanzierten Projekts POSTICK (Post-graduate training network for capacity building to control ticks and tick-borne diseases). Die Projektbeteiligten fokussierten sich darauf, die Mechanismen der Zecke-Wirt-Interaktionen, der Diversität, des Überlebens und der Übertragung von Pathogenen zu verstehen. Es wurde ebenfalls die Modulation von Wirtsimmunreaktionen und des Zeckenüberlebens untersucht. Die Identifizierung von Wirt-Pathogen-Zecke-Molekülen war erforderlich, um Antizeckenimpfstoffe zu entwerfen und die Pathogenübertragung zu blockieren. Die Forschung bewegte sich in mehrere Richtungen, wobei der allgemeine Fokus auf Zecke-Pathogen-Interaktionen und den Wirtsimmunreaktionen lag – diese Faktoren sind für die Impfstoffherstellung von größter Relevanz. Die Arbeit war auf Bakterien, Viren und Protozoen fokussiert, die durch Zecken übertragen werden: Anaplasma marginale, das Arbovirus, das Enzephalitis-Virus, Theileria und Babesia. Im Rahmen des Projekts wurde eine neue brasilianische Zeckenart namens Ehrlichia mineirensis isoliert. Wissenschaftler sammelten neue Informationen zur Zytokinexpression von Wirtsorganismen, zur basophilen Aktivierung sowie zur Immuninhibition durch Zeckenspeichel und identifizierten Zeckenproteine, die an Zecke-Pathogen-Interaktionen beteiligt sind. Diese könnten sich als effektive neue Antigene für potenzielle Impfstoffe erweisen. Es wurden ferner sechs neuartige Zeckendefensine (Abwehrpeptide) mit vielversprechender antimikrobieller Aktivität identifiziert. Neue proteomische Protokolle für die Zeckenforschung umfassten einen Phylogenomikansatz unter Anwendung von de-novo-Sequenzierungen, die auf proteomischen Daten basieren. Des Weiteren wurde über das Projekt ein künstliches Membranfütterungssystem im großen Maßstab für hartnäckige Zecken eingerichtet, das nachweislich für eine Untersuchung potenziell akarizider Stoffe verwendet werden kann. Im Zuge von POSTICK wurden wichtige Wirt-Pathogen-Zecke-Moleküle zur Entwicklung von Antizeckenimpfstoffen und zur Blockierung der Pathogenübertragung identifiziert. Das Projekt kombinierte das Fachwissen von fünf Universitäten, einem Forschungsinstitut sowie zwei industrieller Beteiligter aus fünf europäischen Ländern und zwei assoziierten Partnern aus Brasilien und Israel miteinander. Dies soll die Übertragung der Forschungsergebnisse in die klinische Praxis sicherstellen.

Schlüsselbegriffe

Zecke, Pathogen, Impfstoff, Proteomik, Phylogenomik

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