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European national museums: Identity politics, the uses of the past and the European citizen

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Relevanz staatlicher Museen im heutigen Europa

Überall in Europa zählen staatliche Museen zu den beständigsten Institutionen, wenn es um die Schaffung von (und Auseinandersetzung mit) politischen Identitäten geht. Vor diesem Hintergrund hatte das EU-finanzierte Projekt EUNAMUS die Erforschung der relativen Macht des kulturellen Erbes europäischer Nationalmuseen zum Ziel.

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Beim Sammeln und Anlegen von Repositorien wissenschaftlicher, historischer und ästhetischer Objekte wählt man aus, was schützenswert ist und der Welt Vorstellungen über Tugend, Einzigartigkeit und Orte vermittelt. Staatliche Museen sind deshalb maßgebliche Räume für die Präsentation und Aushandlung von Gemeinschaft und Nationalität. Von daher ist ein besseres Verständnis ihrer Relevanz für die moderne Gesellschaft von entscheidender Bedeutung für die Gestaltung der Kulturpolitik in einer erweiterten Europäischen Union. Das Projekt "European national museums: Identity politics, the uses of the past and the European citizen" (EUNAMUS), in dessen Rahmen Feldforschung in 37 europäischen Ländern betrieben wurde, ist das größte und umfassendste Projekt vergleichender Forschung über Museen, das jemals in Angriff genommen wurde. Die Forscher konzentrierten sich darauf, zu verstehen, wie Bedingungen für das In-Szene-Setzen der Vergangenheit für ein Aushandeln genutzt werden können, das Nationalität neu erschafft und die Beibehaltung einer Gestaltungsvielfalt unterstützt, während zugleich ein Sinn für das gemeinsame europäische Erbe entwickelt wird. Bei der Vermittlung von Internationalität, Nationalität und Ideologie greifen staatliche Museen meist auf Erzählperspektiven zurück. Sie sind hilfreich bei der Schaffung eines dauerhaften Konsenses über die kulturelle Untermauerung der politischen Gemeinschaft. Außerdem erzählen sie von Versöhnung und können zur Konfliktbewältigung beitragen. Eine vergleichende Besucherstudie bei staatlichen Museen - die umfassendste, die jemals in Europa durchgeführt wurde - lieferte sowohl Umfrageergebnisse als auch eine Reihe von Fallstudien für die quantitative und qualitative Forschung. Diese wurden verwendet, um das Verständnis für die tatsächliche gesellschaftliche Relevanz von potenziellen "utopischen" Visionen und Möglichkeiten dafür bei staatlichen Museen weiterzuentwickeln. EUNAMUS brachte Erkenntnisse über die Vielfalt der Strategien, die in der Museumspolitik zum Einsatz kommen, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Die weitreichenden Folgen nationaler Museumspolitiken, die auf höchster politischer Ebene entwickelt werden, sind oft in umfassendere nationale politische Agenden und Debatten eingebunden. Ein Beispiel ist die griechische Diskussion über die Marmorskulpturen des Parthenons, den Nationalstolz und die Autonomie, um die es dabei geht. Ein weiteres Beispiel sind die von der ungarischen Museumspolitik aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit der Revision der politischen Vergangenheit und einer Unterscheidung zwischen politisch rechts und links auf Regierungsebene. Die Projektergebnisse und -fortschritte, abrufbar unter Projekt-Website , zeigen auf, wie Museen sowohl Wissen und historische Narrative als auch Gebäude und Objekte nutzen, um einen Beitrag zum Aushandeln von Identitäten, Konflikten und Werten zu leisten. Aus EUNAMUS resultierten auch Empfehlungen, wie staatliche Museen für mehr sozialen Zusammenhalt auf nationaler und europäischer Ebene sowie für Völkerverständigung mobilisiert werden können.

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