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Tracking the Genetic Origins of the First Americans

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Genanalysen im amerikanischen Schmelztiegel

Gentests lieferten neue Informationen zur Herkunft der ersten Menschen in der Neuen Welt.

Gesundheit

Anthropologen sind sich einig, dass das Erbgut der indianischen Ureinwohner asiatischer Herkunft ist. Allerdings wird noch immer kontrovers diskutiert, wie viele Einwanderungswellen überhaupt stattgefunden haben. Analysen der kraniofazialen Diskontinuität (Schädelform) gehen von zwei unabhängigen Bewegungen aus: zum einen aus Südostasien (Paläoamerikaner), zum anderen aus Nordostasien – und von ihr stammen alle modernen indianischen Gruppen ab. Das Projekt "Tracking the genetic origins of the first Americans" (TGOFA) führte mittels Shotgun-Sequenzierung DNA-Analysen am Skelettmaterial von Pericu-Indianern aus Baja California und Feuerland-Indianern aus dem chilenischen und argentinischen Patagonien durch. Die alten Stämme der Pericu- und Feuerland-Indianer lassen sich auf 11 bis 15.000 Jahre zurückdatieren und könnten somit die ersten Bewohner Amerikas sein. Nun sollte geprüft werden, ob tatsächlich nur eine Quelle der Migration existierte, um zu belegen, dass Pericu und Feuerländer indianischer Abstammung sind. Erste Analysen der nukleären und mitochondrialen DNA gehen von nur einer Quelle der Migration aus. Um andere Möglichkeiten definitiv auszuschließen, wird nun das Genom der Anzick vollständig sequenziert, einer prähistorischen amerikanischen Ureinwohnerkultur, deren Ursprung mittels Radiokarbonmethode auf 11.000 Jahre zurückdatiert wird. Die endgültigen Ergebnisse werden, davon geht man aus, die ersten Vermutungen bestätigen. So wird die These widerlegt, dass sie die direkten Nachkommen der ersten Kolonisatoren der Neuen Welt sind. Demnächst sollen noch kraniofaziale Unterschiede bei beiden Völkern untersucht werden. Diese könnten das Ergebnis der Anpassung an extreme klimatische Bedingungen, Veränderung der Ernährung oder zufällige Prozesse wie genetischer Drift sein. Insgesamt wurden drei Publikationen zum Ursprung der indianischen Bevölkerung vorgelegt, von denen eine bereits veröffentlicht ist. Die Ergebnisse von TGOFA zeigen, dass Methoden zur Analyse prähistorischer DNA auch für Überreste geeignet sind, die nicht aus Permafrostböden stammen. Mit der intensiven geförderten Zusammenarbeit zwischen den amerikanischen Kontinenten und deren Hochschulen und Museen leistet die EU einen wichtigen Beitrag zur Archäologie und Anthropologie.

Schlüsselbegriffe

DNA-Analyse, Neue Welt, indianisch, Asien, Migration, kraniofaziale Diskontinuität, Shotgun-Sequenzierung, Anpassung

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