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Nationale Reformen zur Realisierung eines Europäischen Forschungsraums erforderlich

Die EU ist auf dem richtigen Kurs zur Schaffung eines Europäischen Forschungsraums (EFR). Hierfür sind jedoch Reformen auf nationaler Ebene erforderlich. So lautet das Ergebnis des neuesten EFR-Fortschrittsberichts, der vergangene Woche von der Europäischen Kommission vorgelegt wurde.

Seit dem Jahr 2000 ist Europa damit beschäftigt einen Europäischen Forschungsraum (EFR) zu schaffen, der weltoffen und an den Binnenmärkten ausgerichtet ist und in dem sich Forscher frei bewegen sowie wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien ungehindert austauschen können. Der vor Kurzem veröffentlichte EFR-Fortschrittsbericht 2014 bietet einen Gesamtüberblick über die in den Mitgliedstaaten und verbundenen Ländern zu verzeichnenden EFR-Fortschritte. Laut dem Bericht setzten Mitgliedstaaten zunehmend Maßnahmen zugunsten eines Europäischen Forschungsraums um und dies spiegele sich auch in nationalen Reformen wider. Die europäischen Forschungssysteme etwa seien mehr an EFR-Prioritäten ausgerichtet worden, da jeder einzelne Mitgliedstaat eine nationale Strategie zu Forschung und Innovationen umsetze. Der Bericht beschreibt jedoch, dass nach wie vor große Unterschiede bei der Zuweisung von Forschungsgeldern zwischen Mitgliedstaaten bestünden. Die transnationale Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten im Rahmen von Projekten nähme indes zu und sei nunmehr Bestandteil nationaler Strategien von 16 Mitgliedstaaten. Im Zusammenhang mit der Entwicklung von Infrastrukturen hätten 22 Mitgliedstaaten nationale Fahrpläne zur Schaffung von Forschungsinfrastrukturen umgesetzt. Der Bericht wirft außerdem einen Blick auf die Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männern, ein zentrales Anliegen der EFR-Initiative. Positiv hervorzuheben sei, dass spezifische Gesetze und/oder nationale Strategien zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der öffentlichen Forschung in über der Hälfte der Mitgliedstaaten umgesetzt worden seien. Dessen ungeachtet bemängelt die Kommission, dass es nach wie vor zu lange dauere, bis sich diese Änderungen tatsächlich bemerkbar machten. Ein weiteres Anliegen der EFR-Initiative besteht darin, dass die Möglichkeiten zur Freigabe, zum Zugriff und zum Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse optimiert werden sollen. Bis jetzt hätten 20 Mitgliedstaaten spezifische Maßnahmen getroffen, um einen offenen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen zu unterstützen, davon sähen jedoch nur fünf nähere Vorkehrungen für einen offenen Zugang zu Forschungsdaten vor. Laut dem Bericht sind die nationalen Richtlinien, Initiativen und Verfahren nach wie vor unvollständig. Außerdem seien manche hiervon nicht mit dem EU-Verständnis eines offenen Zugangs zu vereinbaren. Der Bericht stellt klar, dass Mitgliedstaaten bei der Einführung von EFR-Reformen auf nationaler Ebene sowie bei deren Umsetzung durch Unterstützung mittels Forschungsgeldern und von Forschungsorganisationen die wichtigste Rolle spielten. Die Mitgliedstaaten sind dazu angehalten, bis Mitte 2015 EFR-Fahrpläne zu erstellen, die die nächsten Schritte zur Schaffung eines europäischen Forschungsraums thematisieren. Die Kommission, beteiligte Forschungsorganisationen und Repräsentanten der Mitgliedstaaten werden sich im März 2015 in Brüssel treffen, um Bilanz zu ziehen.

Länder

Belgien