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Modernste Tools zur Bewertung der biologischen Vielfalt der Meere

EU-finanzierte Forscher helfen Meereswissenschaftlern und Regierungen, den Zustand der biologischen Vielfalt in Europas Gewässern genauer zu bewerten.

Ein EU-finanziertes Projekt hat innovative Beobachtungs- und Management-Tools entwickelt, um Meereswissenschaftlern zu helfen, den Zustand der biologischen Vielfalt der Meere rund um Europa besser einzuschätzen. Diese Werkzeuge werden auch die Regierungen in ihrem Bestreben unterstützen, bis 2020 einen guten Umweltzustand (Good Environmental Status, GES) der Meere zu erreichen - wie es in der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) festgelegt ist. Das vierjährige Projekt DEVOTES wurde im November 2012 ins Leben gerufen und deckt mit acht Fallstudien vier europäische Meeresregionen ab. Wie wichtig es ist, marine Ökosysteme auf eine stärker integrierte Art und Weise zu beurteilen, unterstrichen DEVOTES-Forscher erst vor Kurzem auf einer Tagung der wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Limnologie und Ozeanographie ASLO (Association for the Sciences of Limnology & Oceanography) in Granada, Spanien. Bei der Veranstaltung vom 22. bis zum 27. Februar 2015 stellten die Projektmitglieder Angel Borja, Ben Halpern und Philippe Archambault eine neue Software vor, die es den Wissenschaftlern ermöglicht, die Gesundheit der Meere in verschiedenen Lebensräumen zu untersuchen und Veränderungen und Entwicklungen im Laufe der Zeit zu messen. Ein wichtiger Teil dieses Puzzles wurde im vergangenen Jahr zusammengesetzt. Das sogenannte „DEVOTool“ wurde entwickelt, um interessierten Akteuren zu ermöglichen, von den Projektpartnern erfasste Metadaten zu durchsuchen und zu analysieren. Fast ein Jahr nach ihrer Einführung wurde die Software bereits mehr als 100-mal heruntergeladen und die entsprechende Internetseite 50- bis 100-mal pro Monat aufgerufen. Das Projekt veröffentlichte außerdem eine Datenbank mit 844 Einträgen zu 210 verschiedenen Arten und 19 Gruppen, sortiert nach wichtigen Lebensräumen in Ostsee, Nordostatlantik, Mittelmeer, Schwarzem Meer (regionale EU-Meere) und der Norwegischen See (Nicht-EU-Meer). Sie bieten detaillierte Informationen zu Art, Bedeutung, Größe/Vorkommen/Verbreitung, Lebensraum und Region. Ein weiterer Aspekt des Projekts konzentrierte sich auf die Ausstattung neuer Doktorandinnen und Doktoranden mit speziellen Fachkenntnissen zur MSRL. Diese neue Richtlinie stellt sowohl für Meereswissenschaftler als auch für Entscheidungsträger in dem Bereich eine Herausforderung dar und die wirksame Umsetzung wird von gut ausgebildetem Personal abhängen. Einige Masterstudiengänge und Sommerkurse haben Vorträge von DEVOTES-Teammitgliedern in ihr Programm aufgenommen. Im Juni 2015 führt DEVOTES beispielsweise einen Sommerkurs in San Sebastian, Spanien, zu Fragen des Einflusses von Meeresökosystemen auf die Gesundheit der Ozeane durch. Der Kurs befasst sich mit komplexen Wechselwirkungen zwischen menschlichen Tätigkeiten und Reaktionen des Ökosystems, Wechselwirkungen zwischen mehreren Ökosystem-Komponenten, den sich verändernden Ausgangswerten bei der Bewertung des Umweltzustands sowie der Notwendigkeit, sich sowohl mit sozioökonomischen als auch mit ökologischen Fragen zu beschäftigen. DEVOTES will seine integrierten Ressourcen weiter ausbauen und die Software noch nützlicher für Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger machen. Beispielsweise suchen die Projektpartner nun nach Möglichkeiten zur Integration neuer Datenbanken in DEVOTool. Außerdem wollen sie die Suchfunktion des Tools benutzerfreundlicher gestalten und nach wissenschaftlichen Bedürfnissen ausrichten. Bei Abschluss des Projekts im Oktober 2016 will das Team eine einzige integrierte Anwendung für eine Vielzahl von Benutzern liefern. Das wird sowohl Wissenschaftlern als auch politischen Entscheidungsträgern dabei helfen, Gefahren für die biologische Vielfalt der Meere zu identifizieren und die MSRL wirksam umzusetzen. Weitere Informationen sind abrufbar unter: DEVOTES http://www.devotes-project.eu/

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Spanien