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Inhalt archiviert am 2023-03-23

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Austausch von Wissen für nachhaltige und sichere Anwendung von Chemikalien

Die Forscher von HEROIC haben eine Roadmap für eine nachhaltige und sichere Anwendung von Chemikalien entwickelt, die Risikoabschätzungen für Mensch und Umwelt miteinander vereint.

Das Hauptziel des EU-finanzierten Projekts HEROIC, das im September 2014 offiziell abgeschlossen wurde, bestand darin, festzustellen, wie integrierte Risikobewertungen (Integrated Risk Assessment, IRA) für regulatorische Zwecke am besten entwickelt und gefördert werden können. Die Projektpartner erarbeiteten eine detaillierte Roadmap und veröffentlichten die wichtigsten Projektergebnisse vor kurzem in einem Weißbuch. Die Methoden zur Gesundheits- und Umweltrisikobewertung haben sich in der Regel unabhängig voneinander entwickelt. In der Vergangenheit nahmen sich die Regulierungsbehörden häufig eine Chemikalie nach der anderen vor und konzentrierten sich dabei auf eine einzige Quelle und einen einzigen toxikologischen Endpunkt. Das bedeutet, dass Daten von bestimmten toxikologischen Untersuchungen den Risikobewertern in anderen Disziplinen nicht immer zur Verfügung standen. Augrund dessen gab es keine Möglichkeiten für den Wissensaustausch. In den letzten Jahren gab es Bemühungen, dieses Problem durch stärker integrierte, ganzheitliche Risikobewertungsansätze zu beseitigen, die reale Situationen mit mehreren chemischen Stoffen und mehreren betroffenen Spezies berücksichtigen. Das im April 2015 veröffentlichte Weißbuch des Projekts HEROIC beschreibt die Fortschritte des Teams bei den Bemühungen, integrierte Risikoanalysen als allgemein gültiges Regulierungsinstrument einzuführen. Zu Beginn des Projekts wurden von den Teammitgliedern aktuelle Risikobewertungsverfahren evaluiert, um darauf aufbauend gemeinsame Datenanforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren. Diese Ergebnisse wurden 2012 im Rahmen eines Workshops diskutiert und im Jahr darauf in einem Positionspapier zu der HEROIC-Vision einer integrierten Risikobewertung veröffentlicht. Zusammenarbeit war während des gesamten Projekts ein wichtiges Thema. Auf kurze Sicht schlug das Team die Einrichtung einer EU-Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden vor, um die Umsetzung zu koordinieren und eine verstärkte internationale Zusammenarbeit zu fördern. Diese Arbeitsgruppe würde verschiedene Ansätze auf Basis eines gemeinsamen Verständnisses und einer gemeinsamen Definition von integrierten Risikobewertungen koordinieren und einen Rahmen für deren bestmögliche Umsetzung im regulatorischen Kontext bereitstellen. Das Projekt empfahl auch eine stärkere Verknüpfung zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, um eine bessere Zusammenarbeit zu erreichen. Durch den Wissensaustausch werden die verschiedenen an den Risikobewertungen beteiligten Akteure in der Lage sein, zur Entwicklung klarer, transparenter und integrierter IRA-Verfahren beizutragen. Das öffentlich zugängliche Internetportal Tox-Hub wurde geschaffen, um die Kommunikation und den Kapazitätenaufbau im professionellen Bereich zu verbessern. Die Website bietet Zugriff auf relevante toxikologische Informationen einschließlich bestehender Datenbanken. HEROIC hofft, den Interessenvertretern mit einer nachhaltigen Plattform zu ermöglichen, sich auch weiterhin zu vernetzen und Wissen auszutauschen. Mittelfristig schlug das Projekt die Vereinheitlichung von Werkzeugen und Methoden aus den Bereichen Gesundheits- und Umweltrisikobewertung vor, indem untersucht werden soll, wie Daten zu Risiken und Belastungen in beiden Disziplinen gemeinsam verwendet werden könnten. Diese Bemühungen um eine Harmonisierung sollten auf allen Ebenen gefördert und als Voraussetzung für IRA in Betracht gezogen werden, unterstreicht das HEROIC-Team. Schließlich empfiehlt HEROIC für die langfristige Perspektive, dass die politischen Entscheidungsträger neue rechtliche Mandate zur integrierten Risikobewertung in den aussichtsreichsten EU-Bestimmungen erlassen, wie sie von der Arbeitsgruppe ermittelt wurden, um deren Umsetzung in die Regulierungspraxis zu fördern. Zu diesen Richtlinien zählen unter anderem die REACH-Chemikalienverordnung und die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Es ist klar, dass die Entwicklung und Umsetzung von neuen IRA-Rahmenbedingungen einen nachhaltigen Dialog zwischen allen Beteiligten sowie politische und rechtliche Veränderungen erfordern. Das Projekt HEROIC brachte uns der Verwirklichung dieser Ziele einen wichtigen Schritt näher. Weitere Informationen sind abrufbar unter: HEROIC http://heroic-fp7.eu/en/home/

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