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Eine atemberaubende Lösung für die Krebsfrüherkennung

EU-finanzierte Forscher haben einen Atemtest entwickelt, der präkanzeröse Magenläsionen erkennen und möglicherweise Tausende von Leben retten kann.

Eine neue Technologie, die winzige Veränderungen in der ausgeatmeten Luft erkennt, könnte dazu beitragen, das Auftreten von Magenkrebs vorherzusehen. Mithilfe eines RP7-Zuschusses von 1,2 Mio. EUR vom Europäischen Forschungsrat (ERC) entwickelten Wissenschaftler diese genaue und kostengünstige Methode zur Analyse bestimmter Atome in Atemproben. Einige der bahnbrechenden Entdeckungen wurden gerade in der Fachzeitschrift Gut veröffentlicht. Das Ende 2014 abgeschlossene Projekt DIAG-CANCER stellt einen wichtigen Durchbruch für eine effektive Vorsorge und Prävention von Krebs dar. Bis vor Kurzem gab es ein weit verbreitetes Screening nur für wenige Krebsarten, etwa für Gebärmutterhalskrebs, wo man durch die Früherkennung von Läsionen die Inzidenz um 80 % reduzieren konnte. Magenkrebs wird jedoch bei den meisten Patienten in Europa bis heute erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit diagnostiziert. Das vierjährige Projekt DIAG-CANCER suchte nach einem neuen, kostengünstigen Mittel zur Unterscheidung zwischen malignen und nicht malignen Magenerkrankungen. Hierzu nutzte das Team das Potenzial der Nanotechnologie, also von Materialien auf atomarer, molekularer und sogar makromolekularer Ebene, wo sich die Eigenschaften wesentlich von denen in einem größeren Maßstab unterscheiden. Außerdem ermittelte es die chemischen Eigenschaften bestimmter Biomarker für Krebs mittels Spektrometrie, einer chemischen Analysetechnik zur Identifizierung von Chemikalien in einer Probe. Für den Magenkrebs-Atemtest wurden insgesamt 968 Atemproben von 484 Teilnehmern (davon 99 mit Magenkrebs) gesammelt. Die Forscher berichteten, dass Patienten mit Krebs – sowie Personen mit einem hohen Risiko – eine unverwechselbare Atemzusammensetzung aufwiesen. Sie fanden heraus, dass systematischer oxidativer Stress – von dem man annimmt, dass er an der Entwicklung von Krebs beteiligt ist – Alkane wie Ethan, Pentan und andere gesättigte Kohlenwasserstoffe erzeugt. Insgesamt wurden bei den verschiedenen Vergleichen acht dieser wichtigen flüchtigen organischen Verbindungen in ausgeatmeter Luft nachgewiesen. Am wichtigsten dabei war die Erkenntnis, dass der Prototyp-Test verschiedene Stadien von präkanzerösen Magenläsionen feststellen konnte. Darüber hinaus konnten präkanzeröse Magenläsionen unabhängig davon, ob weitere Faktoren wie Rauchen oder starker Alkoholkonsum mit im Spiel waren, festgestellt werden. In der Tat erzielte die vom DIAG-CANCER-Team entwickelte Analysemethode bei der Unterscheidung von Patienten mit Magenkrebs und Personen aus der Kontrollgruppe eine Genauigkeit von 92 %. Den Forschern zufolge besitzt der Atemtest großes Potenzial als unschätzbares Werkzeug für die Überwachung von Hochrisikopatienten und könnte außerdem verwendet werden, um andere Krankheiten und Läsionen zu erkennen. Es ist zu hoffen, dass der neue Atemtest diesen kritischen Mangel bei der Diagnose effektiv angehen kann. Schließlich spielt die Früherkennung eine wichtige Rolle bei der Festlegung der Überlebenschancen eines Patienten. Mit dem einfachen Atemtest von DIAG-CANCER könnte bald das fehlende nichtinvasive Screening-Tool für Magenkrebs und ähnliche präkanzeröse Läsionen zur Verfügung stehen und Tausenden von Risikopatienten Hoffnung geben. Und da der Test auch außerhalb der klinischen Umgebung durchgeführt werden kann, besitzt er schließlich auch das Potenzial, die Kosten für die Gesundheitssysteme zu verringern, sowohl durch einfache, kostengünstige Tests als auch durch eine frühzeitigere und damit kostengünstigere Behandlung.

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Israel