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Inhalt archiviert am 2022-12-02

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Harmonisierung der Kapitalmärkte als Hilfestellung für KMU, die finanzielle Unterstützung benötigen

Im November eröffnete der Präsident der Europäischen Kommission Jacques Santer eine Konferenz, auf der die Bedeutung einer Harmonisierung der Kapitalmärkte, die von europäischen High-tech-KMU genutzt werden, von den Entscheidungsträgern betont wurde. Auf der Konferenz wurde ü...

Im November eröffnete der Präsident der Europäischen Kommission Jacques Santer eine Konferenz, auf der die Bedeutung einer Harmonisierung der Kapitalmärkte, die von europäischen High-tech-KMU genutzt werden, von den Entscheidungsträgern betont wurde. Auf der Konferenz wurde über das Potential zur Entwicklung der europäischen Kapitalmärkte diskutiert, die für kleine, schnellwachsende Unternehmen in Europa dieselben Leistungen erbringen können wie das NASDAQ-System für amerikanische Unternehmen. In den USA erhalten High-tech-Unternehmen durch das NASDAQ-System finanzielle Unterstützung und fördern durch die Bereitstellung einer Ausstiegsmöglichkeit das Wachstum von Risikokapital. Dieses Geld bietet kleinen Unternehmen die finanzielle Unterstützung, die sie für ein rasches Wachstum benötigen. Verglichen mit NASDAQ sind die europäischen Märkte jedoch winzig. KMU benötigen paneuropäische Märkte, die ihrem globalen Wachstumspotential entsprechen und internationale Investoren anlocken können. Solange die Bestimmungen, die Steuersysteme und die Kulturen der einzelnen europäischen Länder jedoch große Unterschiede aufweisen, benötigen sie lokale Märkte, die ihren individuellen Charakter verstehen. Die Lösung, so lautete die Schlußfolgerung der Konferenz, könne in einer starken Harmonisierung liegen. Die Konferenzteilnehmer erfuhren, daß sowohl die Märkte selbst als auch die Investoren eine solche Harmonisierung befürworteten, und die zuständigen Behörden arbeiteten bereits an harmonisierenden Vorschriften. Die Empfehlungen der Konferenz an die nationalen Behörden reflektieren diese Gedankengänge, und die allgemeine Annahme der Empfehlungen würde die Harmonisierung beschleunigen. Wünschenswert seien die steuerliche Transparenz im Bereich der Risikokapitalfonds, ein Aktienbezugsrecht für Angestellte (in einigen Ländern derzeit ausgeschlossen), liberalere Konkursbestimmungen sowie steuerliche Anreize für Investoren. In seiner Einführungsrede betonte Präsident Santer, wie wichtig die Entwicklung des paneuropäischen Risikokapitals für die wirtschaftliche Zukunft Europas sei. Peter Sutherland, Vorsitzender von BP, wies in seiner Ansprache darauf hin, daß Europa aufgrund unterschiedlicher Auffassungen hinsichtlich der Rolle des Unternehmertums an einem Wettbewerbsdefizit leide (veranschaulicht durch die hohe Arbeitslosenrate). Die Wirtschafts- und Währungsunion werde ein starker Katalysator sein und sich sowohl auf die Aktien- als auch die Rentenmärkte auswirken und zu einem risikofreudigeren Europa führen. Sutherland war einer der Teilnehmer, die sich besorgt über Vorschläge zur Harmonisierung der europäischen Steuersysteme äußerten. Er vertrat die Ansicht, daß die Aufgabe der Kommission darin bestünde, diskriminierende Steuersysteme zu beseitigen und nicht solche Mitgliedstaaten anzuprangern, deren allgemeine Steuern niedriger seien als in anderen Mitgliedstaaten. Mario Monti, das für den Binnenmarkt und Finanzdienstleistungen verantwortliche Kommissionsmitglied, erwiderte, daß die Kommission lediglich den schädlichen, nicht aber jeden steuerlichen Wettbewerb bekämpfen wolle.

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