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Innovative Stacking-Technologie ermöglicht die Aufnahme beispiellos detailgetreuer Bilder des Mars

Im Rahmen eines von der EU finanzierten Projekts konnten Wissenschaftler mithilfe einer innovativen Stacking-Technologie beispiellos detailgetreue Bilder der Marsoberfläche aufnehmen.

Das Forscherteam des University College London (UCL), das am FP7-Projekt PROVIDE beteiligt war, hat äußerst interessante Aufnahmen der Marsoberfläche veröffentlicht. Darunter sind Bilder von vorzeitlichen Seebetten, die mithilfe des NASA-Rovers „Curiosity“ entdeckt worden waren, sowie Bilder der Felsformation „Home Plate“ und der Fahrspuren des Mars-Rovers MER-A der NASA. Zudem veröffentlichten die Forscher Bilder der als verschollen erklärten britischen Raumsonde Beagle 2, die im Dezember 2004 auf dem Mars landete, mit der damals aber leider kein Kontakt zur Erde hergestellt werden konnte. Die dabei verwendete Technologie „Super-Resolution Restoration“ (SRR) wurde hauptsächlich vom Konsortium PROVIDE entwickelt. Obwohl das Projekt offiziell im Dezember 2015 auslief, wurde die Technologie erst kürzlich zum ersten Mal eingesetzt – für Aufnahmen bestimmter Objekte auf dem Mars. Sie könnte auch genutzt werden, um weitere Artefakte vergangener misslungener Landungen zu suchen und zu finden. Auch könnten mit der Technologie sichere Landeorte für zukünftige Rovermissionen ermittelt werden. Zudem können Wissenschaftler mit dieser Technologie eine erheblich größere Fläche erkunden, als es mit einem einzelnen Rover möglich wäre. Selbst die größten und leistungsstärksten Teleskope, die wir heutzutage in die Erdumlaufbahn bringen können, können die Oberfläche unseres nächsten Nachbarplaneten nur bedingt detailliert ablichten. Der Grund dafür liegt in den Einschränkungen die bezüglich des Gewichts – vor allem für die Teleskopoptik – zu berücksichtigen sind, den Kommunikationsbandbreiten, die für die Übertragung hochauflösender Bilder an die Erde erforderlich sind und in den von den Atmosphären der Planeten ausgehenden Interferenzen. Kameras, die die Erde oder den Mars umkreisen, bieten maximal eine Auflösung von etwa 10 cm. Mit der SRR-Technologie können Objekte von nur 5 cm Größe mit demselben 25-cm-Teleskop betrachtet werden. Da sich Veränderungen der Marsoberfläche sehr langsam vollziehen – gewöhnlich über Jahrzehnte bis Millionen von Jahren hinweg – werden auch Bilder, die innerhalb von 10 Jahren aufgenommen werden, eine hohe Bildauflösung gewährleisten. Die Erdatmosphäre ist dagegen viel unruhiger, weshalb Bilder für jeden Stack innerhalb weniger Sekunden aufgenommen werden müssen. Das PROVIDE-Team wandte die SRR-Technologie an Stacks mit vier bis acht Bildern der Marsoberfläche mit einer Auflösung von 25 cm an, um so letztendlich eine Auflösung von 5 cm zu erreichen. Die verwendeten Bilder waren von der HiRISE-Kamera der NASA aufgenommen worden. Darunter befanden sich auch einige aktuelle Bilder der Landefläche der Raumsonde Beagle 2. Professor Jan-Peter Muller vom Mullard Space Science Laboratory der UCL berichtet: „Sofern wir über ausreichend scharfe wiederholte Aufnahmen verfügen, können wir nun also die Oberfläche des Mars aus der Perspektive einer Drohne betrachten. So können wir Objekte in beispielloser Schärfe und einer Qualität darstellen, die mit der eines Landers vergleichbar ist. Je mehr Bilder nun aufgenommen werden, desto mehr Erkenntnisse werden wir gewinnen – Erkenntnisse, zu denen bis dato nur die drei erfolgreichen Rovermissionen beigetragen hatten.“ Das Forscherteam ist überzeugt, dass diese innovative Technologie für die Bildaufnahme ein enormes Potential für die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Oberfläche von Planeten bietet. Die Forscher hegen die Hoffnung, dass die SRR-Technologie die Erkundung von Planeten revolutionieren und eine neue Ära in diesem Feld einläuten wird. Weitere Informationen finden Sie auf: Projektwebsite

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