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Wasserversorgung – Das Angebot verbessern, die Sicherheit erhöhen

Eine Initiative der EU nutzt Satellitensysteme und Erdbeobachtung zur Vorhersage von Wasserqualität und -menge. Dies ist ein Beitrag zur Kostensenkung und zum Umweltschutz.

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

In vielen Branchen werden bereits Weltraumtechnologien eingesetzt, um Herausforderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt zu meistern. Zu den Anwendungen gehören Kommunikationsmittel (Mobilfunk, Satellitenfernsehen, Internetzugang in abgelegenen Gebieten), Verkehr (Navigationssysteme), Stadt- und Regionalplanung, Landwirtschaft (Präzisionslandwirtschaft) sowie Überwachung von Naturkatastrophen und der Umwelt (Vegetation, Ozonschicht, Ozeanströmungen). Auch die Bewirtschaftung von Wasserressourcen ist eines der Gebiete, in denen diese Technologien verstärkt zum Einsatz kommen. Im EU-finanzierten Projekt SPACE-O wurde die Trinkwasserqualität mit Hilfe von Satellitendaten und detaillierter Modellierung verbessert. Zusammengefasst werden verschiedene Aspekte dieses Projekts in einem Sonderbericht des europaweiten Mediennetzwerks EURACTIV. In einer Meldung auf EURACTIV sagt der Projektkoordinator von SPACE-O, Apostolos Tzimas: „Mit den Prognosen der Wasserqualität, die SPACE-O operativ zur Verfügung stellt, können die Gewässerverwalter zumindest die Folgen einer Algenpest eindämmen, indem sie das prädiktive Gewässermanagment in ihrem Speicherbecken in Form von Wasserverschneidung oder Beckenwasseraufbereitung umsetzen.“ Bei so einer Pest – wenn Algen zu stark wachsen – können im Süß- oder Meerwasser gefährliche Giftstoffe entstehen und die Umwelt sowie die Betriebe vor Ort schädigen. In derselben Meldung heißt es weiter: „Bezug nehmend auf Beispiele aus der Praxis erklärte Tzimas, dass Wasserversorgungsunternehmen gezwungen sein könnten, die Wasserversorgung einzustellen, wenn eine solche schädliche Algenpest in einem See auftreten sollte.“ Laut EURACTIV geht Tzimas davon aus, dass so eine Unterbrechung von nur einem Tag in einer Stadt mit 100 000 Einwohnern „die Verbraucher über 300 000 € kosten kann. In diese Summe sind noch nicht einmal die Kosten eingerechnet, die den Versorgungsunternehmen aus Absatzeinbußen und Reputationsverlust entstehen, ganz zu schweigen von möglichen Kosten für Tourismus, Fischereien, Aquakultur, Eigentumswerte, Vieh und die öffentliche Gesundheit.“ Dank der Möglichkeiten des prädiktiven Managements und der Prozessoptimierung, die SPACE-O bietet, könnte der Einsatz von Chemikalien reduziert werden, sodass „ein besserer ökologischer Fußabdruck entsteht und für die Industrie geringere Betriebskosten anfallen.“ Fortschrittliche Technologie Auf der Projektwebsite werden die Lösungen zusammengefasst: „SPACE-O vereint topmoderne Erdbeobachtung und in-situ Überwachung mit elaborierten hydrologischen Modellen der Wasserqualität und IKT-Instrumenten zu einem starken Entscheidungshilfesystem.“ Weiter heißt es, dass daraus eine „kurz- bis mittelfristige Echtzeitprognose der Wasserströme und Wasserqualität in Speicherbecken entsteht, mit der der Betrieb in Wasseraufbereitungsanlagen optimiert und eine komplette Leistungskette von der Erdbeobachtung bis zur Wasserindustrie etabliert werden kann.“ Neben Modellen, die für die Umweltüberwachung gebraucht werden, hat das Projekt SPACE-O (Space Assisted Water Quality Forecasting Platform for Optimized Decision Making in Water Supply Services) auch andere Produkte und Variablen entwickelt und getestet. Diese basieren auf Erdbeobachtungen und dienen dem Aufbau eines Wasserinformationssystems. Laut CORDIS gehören dazu „Berichte zur Wasserqualität (z. B. Trophieindex) und hydrologisches Modellieren (z. B. Schneebedeckung)“. Weitere Instrumente aus SPACE-O, die auf den Satellitenbildern von Copernicus, dem Erdbeobachtungsprogramm der EU, basieren, könnten für Wasserversorgungsunternehmen von Nutzen sein. Dazu gehören ein Frühwarnsystem, Optimierung von Wasseraufbereitungsanlagen, Risikobewertung und eine Wissenschaftsplattform für Bürger, die sich mit der Verwaltung und Analyse lokaler Wasserprobleme befasst. Die Projektpartner haben die neuen Produkte und Leistungen von SPACE-O bereits in Wasseraufbereitungsanlagen und Speicherbecken von zwei Wasserversorgungsunternehmen auf den Inseln Kreta und Sardinien zum Einsatz gebracht. Wissenschaftliche Fallstudien wurden an dem schwedischen Fluss Umeälven und dem Gardasee in Italien durchgeführt. Weitere Informationen: SPACE-O Projektwebsite

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