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Klinische Studie in Europa bietet Hoffnung für Patienten mit asbestbedingtem Krebs

Wissenschaftler haben mit der Prüfung der Wirksamkeit einer neuartigen Mesotheliombehandlung begonnen, bei der das Immunsystem des Körpers zur Krebsbekämpfung genutzt wird.

Gesundheit

Ein malignes Mesotheliom (MM) ist eine seltene, aber tödliche Form von Krebs, die mit einer Asbestexposition verbunden ist. Auch wenn die Verwendung von Asbest vor Jahren verboten wurde, ist das Auftreten von Mesotheliomfällen nach wie vor ansteigend. Nicht weniger als 43 000 Menschen sterben laut Schätzungen jedes Jahr an der Erkrankung. Die mittlere Überlebenszeit nach der Diagnose liegt zwischen neun und zwölf Monaten und eine Chemotherapie verlängert die Lebenserwartung um etwa drei Monate. Eine durch das EU-finanzierte Projekt H2020MM04 (DC-based immunotherapy to treat Malignant Mesothelioma) unterstützte Studie hat Fortschritte erzielt, um die mittlere Überlebenszeit dank einer neuen personalisierten Immuntherapie zu verlängern. In einer Pressemitteilung des Mesotheliom-Interessenvertretungszentrums „Asbestos.com“ ist die wichtige klinische Phase-II/III-Studie zusammengefasst: „Die randomisierte Phase-II/III-Studie ist darauf ausgelegt, die Wirksamkeit und antitumorale Aktivität von MesoPher zu messen. Dabei handelt es sich um einen Impfstoff, der die patienteneigenen dendritischen Immunzellen mit einer speziell hergestellten Zelllinie kombiniert.“ Analog zu einem Spürhund Gemeinsam mit einem Biotechnologieunternehmen für das fortgeschrittene klinische Stadium beteiligen sich Universitäten, Krebsinstitute und Krankenhäuser in Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden und im Vereinigten Königreich an der Studie. In der gleichen Pressemitteilung wird Dr. Dean Fennell, Hauptprüfer bei der klinischen Studie und Professor für thoraxmedizinische Onkologie an der Universität Leicester, zitiert, der den Prozess mit einem Spürhund vergleicht. „Diese Hunde sind darauf abgerichtet, einen Duft zu erkennen und jagen diesem dann nach“, sagt er. „Das machen wir auch mit den Zellen – wir bereiten sie zunächst außerhalb des Körpers darauf vor, zu erkennen, wie ein Mesotheliom aussieht, und wenn sie sich wieder im Körper befinden, können sie eine Immunreaktion hervorrufen, um den Krebs anzugreifen.“ Die klinische Studie von DENIM, die auch als auf dendritischen Zellen basierte Immuntherapie zur Behandlung eines malignen Mesothelioms bezeichnet wird, beinhaltet den Vergleich von zwei Behandlungsoptionen nach einer Standard-Chemotherapie: eine auf dendritischen Zellen basierte Immuntherapie namens MesoPher mit bestmöglicher unterstützender Pflege (Zweig A) oder nur bestmögliche unterstützende Pflege (Zweig B). Alle Patienten werden für die Zwecke der Studie randomisiert. Diejenigen Patienten in Zweig A erhalten drei zweiwöchentliche Injektionen von MesoPher und dazu bestmögliche unterstützende Pflege. Laut einer Zusammenfassung auf „ClinicalTrials.gov“ erhalten die Patienten in den Wochen 18 und 30 zwei zusätzliche Injektionen, wenn die „Erkrankung stabil ist oder eine teilweise/komplette Reaktion zeigt.“ Patienten in Zweig B erhalten nach ihrer Chemotherapie ausschließlich unterstützende Pflege. Das Projekt H2020MM04 wurde gestartet, um für einen neuen immuntherapeutischen Behandlungsansatz für ein malignes Mesotheliom die wissenschaftliche Forschung und das Zulassungsverfahren für die Marktzulassung durch die europäische Arzneimittelagentur auf den Weg zu bringen. Die Projektpartner hoffen, dass die Behandlung auf der ganzen Welt vermarktet werden kann und zu einem erheblichen Anstieg der Lebenserwartung von Mesotheliom-Patienten führt. Ein Mesotheliom, dessen Name sich von Mesothel ableitet – einer sackähnlichen Membran, welche die meisten inneren Organe des Körpers schützt – führt dazu, dass sich in der Lungenschleimhaut (Pleuramesotheliom) oder im Bauchfell (Peritonealmesotheliom) bösartige Krebszellen bilden. Es kann sich auch auf die Herzinnenhaut (Perikardmesotheliom) oder die Testikel auswirken. Weitere Informationen: H2020MM04-Projektwebsite

Länder

Niederlande

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