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Die Zukunft der sozialen Medien gestalten

Ein neues digitales Forum soll durch einen öffentlichen Dialog Informationen darüber sammeln, wie die Menschen soziale Medien nutzen.

Gesellschaft

Denken Sie einmal zurück, wann Sie das letzte Mal einen ganzen Tag lang nicht bei Instagram oder Facebook vorbeigeschaut haben. Daran können Sie sich nicht erinnern? Vielleicht nutzen Sie soziale Medien, um mit Freunden und Verwandten in Verbindung zu bleiben, oder vielleicht auch als Mitglied eines Berufsnetzwerks, um über Karrierechancen informiert zu bleiben. Unternehmen nutzen soziale Medien, um Kunden zu finden und mit ihnen zu interagieren, ihren Absatz zu steigern, Verbrauchertrends zu erfassen oder Kundendienste anzubieten; Regierungen und Politiker suchen damit den direkten Kontakt zu ihren Wählerinnen und Wählern. Ob zum Hochladen von Fotos oder Bloggen, für Netzwerke und Unternehmensaktivitäten, zum Gedankenaustausch oder zum Diskurs über politische Ansichten: Soziale Medien sind längst ein fester Bestandteil des täglichen Lebens. Die Kommunikation hat durch die sozialen Medien eine völlig neue Bedeutung bekommen und befindet sich weiterhin im Wandel. Doch wie lässt sich das dynamische Wesen der sozialen Medien in einer Plattform widerspiegeln? Das EU-finanzierte Projekt HELIOS (HELIOS: A Context-aware Distributed Social Networking Framework) arbeitet zu diesem Zweck an einer dezentralisierten Peer-to-Peer-Plattform (p2p-Plattform) für soziale Medien. Diese soll dreidimensional aufgebaut sein: inhaltlich, räumlich und zeitlich. HELIOS wird Drittentwicklern p2p-Funktionen für soziale Medien modular über eine Erweiterung für mobile Betriebssysteme ermöglichen. Wie auf der Projektwebsite erläutert wird, entwickelt das Projekt neue „Konzepte zur Erstellung und Verwaltung von sozialen Graphen, die auf Vertrauen und Transparenz basieren. Diese Konzepte werden zusammen mit neuartigen Funktionen für soziale Medien, wie innovativer Feedback-Technologie und gemeinsamer Räume, in einem Pilotprojekt validiert.“ Die Plattform soll auch das Erstellen und Teilen von Inhalten sowie Methoden zur Kontrolle von Monetarisierungskanälen und -mitteln umfassen. Mit ihrer demokratisierten Vision wird die quelloffene Plattform von HELIOS sinnvolle Interaktionen innerhalb einer kontinuierlich wandlungsfähigen heterogenen Netzwerkarchitektur ermöglichen. Öffentliche Debatte Im Rahmen von HELIOS werden Wissenschaftler des Projektpartners Trinity College Dublin (TCD) und das ADAPT Centre gemeinsam mit der Öffentlichkeit in aufgezeichneten Einzelgesprächen über alle Aspekte der sozialen Medien diskutieren. Mitglieder der Öffentlichkeit können außerdem eine live im Internet übertragene Diskussion zwischen einem Vordenker der sozialen Medien und einem Forscher für soziale Medien verfolgen. Zudem können sie vor Ort oder über digitale Wege an Live-Gesprächsrunden mit Bürgern teilnehmen, um dort ihre Meinung zu vertreten. Durchgeführt wird das Ganze über das kürzlich initiierte digitale Forum „Heliosphere“. In einer Pressemitteilung von TCD heißt es, Heliosphere verfolge das Kernziel, die Bedürfnisse der Menschen im Hinblick auf soziale Medien zu definieren. „Die Idee dahinter, die durch das EU-Projekt HELIOS angestoßen wurde, ist es, Nutzer, politische Entscheidungsträger, Entwickler und Fördereinrichtungen dazu zu bewegen, stärkeres Augenmerk auf die künftigen Bedürfnisse des modernen EU-Bürgers zu legen.“ Forschungsleiter Dr. Kevin Koidl von der School of Computer Science and Statistics am TCD erklärt in derselben Pressemitteilung: „Das Konzept von Heliosphere gründet sich auf das Ethos einer Volksuniversität, das zu Beginn der Moderne in den Cafés von Europa entstand. Unser digitales Forum würdigt dieses Ethos, indem es Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und Teilen der Welt zum Mitreden und Mitdiskutieren anregt.“ Die Projektpartner von HELIOS hoffen, dass ihr Modell dazu beitragen wird, Entwicklungskosten zu senken und die Bereitstellung von darauf basierenden Anwendungen für soziale Medien zu vereinfachen. Weitere Informationen: HELIOS-Projektwebsite

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20 November 2009