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Inhalt archiviert am 2023-04-13

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Wissenschaft im Trend: Klimaerwärmung: Umfassender Bericht der UN schlägt Alarm

Eine Studie drängt auf Änderungen in der Nahrungsmittelerzeugung und ein Ende der Ausbeutung von Flächen, um eine verheerende Klimaerwärmung zu verhindern.

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Am 8. August hat der Weltklimarat der Vereinten Nationen (IPCC) einen Bericht vorgelegt, der den Teufelskreis von Klimawandel und Bodendegradation aufzeigt. Die Menschheit hat etwa ein Viertel der eisfreien Flächen der Erde zerstört. Wenn die globale Erwärmung weit unter 2 °C oder sogar 1,5 °C bleiben soll, müssen die Treibhausgasemissionen gesenkt werden. Der Weltklimarat begutachtet den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand über den Klimawandel, seine Folgen, mögliche zukünftige Risiken sowie potenzielle Reaktionsmöglichkeiten. An dem Bericht haben 107 Experten aus 52 Ländern mitgearbeitet. Entwickelt wurde er von drei Arbeitsgruppen in Zusammenarbeit mit der Task Force für Nationale Treibhausgasinventare. Ein Hoffnungsschimmer für Menschen und Klima: Bessere Flächennutzung Um die Klimakrise aufzuhalten, müssen wir jetzt handeln und Flächennutzung und Nahrungsmittelherstellung von Grund auf ändern und weniger Fleisch konsumieren. Mehrere Mitglieder der internationalen Gruppe von Wissenschaftlern haben sich in einer Pressemitteilung des Weltklimarats, die parallel zu dem Bericht veröffentlicht wurde, zu Wort gemeldet. „Landflächen spielen im klimatischen System eine wichtige Rolle“, so Jim Skea, Mitvorsitzender der IPCC Arbeitsgruppe III. „23 % der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen stammen aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und anderen Arten der Flächennutzung. Gleichzeitig neutralisieren natürliche Bodenprozesse das Kohlendioxidäquivalent von fast einem Drittel der Kohlendioxidemissionen aus fossilen Brennstoffen und der Industrie.“ „Flächen, die bereits genutzt werden, könnten in einem sich ändernden Klima die Welt ernähren und Biomasse für erneuerbare Energie bereitstellen, aber dazu sind frühe und weitreichende Maßnahmen in vielen Bereichen notwendig“, meint der Mitvorsitzende der IPCC Arbeitsgruppe II, Hans-Otto Pörtner. Wenn Boden degradiert, verliert er an Produktivität, sodass weniger angebaut werden kann und der Boden die Fähigkeit zur Kohlenstoffaufnahme nach und nach verliert. „Unsere Entscheidungen für eine nachhaltige Landnutzung können diese negativen Folgen abmildern und in manchen Fällen sogar umkehren“, erklärt Kiyoto Tanabe, Mitvorsitzender der Task Force. „Durch Ernteverluste – besonders in den Tropen – steigende Preise, geringere Nahrungsmittelqualität und Unterbrechungen in den Lieferketten wird der kommende Klimawandel sich immer stärker auf die Ernährungssicherheit auswirken“, ergänzt der Mitvorsitzende der IPCC Arbeitsgruppe III, Priyadarshi Shukla. „Einige Ernährungsstile verbrauchen mehr Land und Wasser und verursachen mehr Treibhausgasemissionen als andere“, so Debra Roberts, Mitvorsitzende der IPCC Arbeitsgruppe II. „Eine ausgewogene Ernährung mit pflanzlichen Lebensmitteln wie Getreide, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse sowie tierischen Lebensmitteln, die nachhaltig in Systemen mit geringen Treibhausgasemissionen erzeugt werden, bietet immense Möglichkeiten, sich an den Klimawandel anzupassen und ihn zu bremsen.“ Der Mitvorsitzende der Task Force, Eduardo Calvo, meint: „Wichtig ist eine Politik, die nachhaltige Flächennutzung fördert, die Nahrungsmittelversorgung für gefährdete Bevölkerungsgruppen absichert sowie Kohlenstoff im Boden belässt und gleichzeitig Treibhausgasemissionen senkt.“ „Wir greifen auf Technologie und bewährte Praktiken zurück, aber diese müssen in größerem Maßstab und auch an anderen geeigneten Stellen, an denen sie noch nicht zum Einsatz kommen, umgesetzt werden“, bemerkt Panmao Zhai, Mitvorsitzender der IPCC Arbeitsgruppe I. „Flächen nachhaltiger nutzen, den zu hohen Verbrauch an Lebensmitteln und Lebensmittelverschwendung eindämmen, Wälder nicht mehr roden oder niederbrennen, das übermäßige Abernten von Feuerholz verhindern und Treibhausgasemissionen senken – darin liegt echtes Potenzial, um die mit dem Klimawandel einhergehenden Bodenprobleme zu lösen.“ Der Bericht ist aber keine reine Schwarzmalerei. Menschen überall auf der Welt können auf Ackerflächen Bäume pflanzen, den Boden besser nutzen und weniger Lebensmittel verschwenden und haben damit alle Möglichkeiten, den Schaden wieder gut zu machen. Diese wirksamen Lösungen können die Flächenproduktivität steigern und Emissionen einsparen.

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