Ermittlung von Leckstellen in Wasserleitungen zur Einsparung von Millionenbeträgen
Ein Forschungskonsortium in Großbritannien arbeitet an einem Projekt, das der Wasserindustrie (und ihren Kunden) Millionenbeträge sparen soll. Es handelt sich um die Entwicklung eines Computersystems für die Vorausbestimmung und die Ermittlung von Wasserleckstellen in unterirdischen Leitungssystemen. Im Rahmen einer dreijährigen Initiative des Department of Trade and Industry mit einem Aufwand von 2 Mio. Euro bezuschußt der Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC) jetzt vier Universitäten (Bradford, East Anglia, Brunel und Imperial College) bei der Gründung eines Konsortium, das dieses Problem in Angriff nehmen soll. Bradfords Anteil an den Forschungsmitteln beläuft sich auf GBP 310.306. Professor Imad Torsun, Abteilung für Computertechnik, Professor Andrew Day, Abteilung Maschinenbau und medizinische Technik, und Dr. Alistair Wood, Mathematik, leiten das Team dieser Universität. Professor Torsun arbeitet an einem neuralen Netz - Computersoftware - für die Vorausbestimmung und die Auffindung von Leckstellen. Das Team entwickelt des weiteren ein Wissensbasis-System auf der Grundlage dieses neuralen Netzes, mit dem Abstellmaßnahmen, wie z.B. das Abstellen eines bestimmten Absperrglieds einer beeinträchtigten Leitung, realisiert werde können. Für die Entwicklung eines Software-Prototyps verwendet Professor Torsun Daten, die von Sensoren in verschiedenen Teilen der Wasserleitung in Keigley in Yorkshire eingebaut sind, die das Strömungsvolumen, den Druck und die Temperatur des Wassers alle 15 Minuten aufzeichnen. Dr. Wood soll die Vorverarbeitung der Daten übernehmen und ihre Zuverlässigkeit messen. Imperial College und die Brunel-Universität arbeiten ebenfalls an mathematischen Modellen, mit denen die Qualität und Zuverlässigkeit der Daten von Bradford gemessen und bestätigt werden soll. Professor Day entwickelt einen neuen, preisgünstigen und zuverlässigen Sensor zur späteren Verwendung im gesamten Rohrleitungsnetz. Ist das Neuralnetz einmal entwickelt, sollte das Team in Bradford in der Lage sein, Leckstellen auf einen Wasserleitungs-Streckenabschnitt von 0,5 km Länge einzuengen. Das Team arbeitet eng mit Kollegen an der Universität East Anglia zusammen, das akustische Wasserkontakt-Sensoren verwendet, mit denen sich Leckstellen auf einige Meter genau bestimmen lassen. "Wir sagen den Leuten, wo etwa die Leckstelle ist, und sie gegen dann hin und finden die genaue Stelle", sagte Professor Torsun. "Leckstellen automatisch auffinden zu können, wird den Wasserversorgungsunternehmen Millionenbeträge sparen. Man kann sich wirklich für dieses Projekt und die Teamarbeit in Bradford und die Zusammenarbeit mit den anderen Universitäten und der Industrie begeistern. Das ist auch keine Forschung aufs geratewohl. Hier geht es um den Höchststand der Technik mit sofortigen, sehr wirksamen Anwendungsmöglichkeiten auf einen lebenswichtigen Rohstoff: Wasser."
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Vereinigtes Königreich