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Inhalt archiviert am 2023-01-01

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Beurteilung der AIDS-Behandlung

EuroSIDA ist die umfassendste multinationale Prospektionsstudie, die derzeit in bezug auf AIDS durchgeführt wird. Das Ziel besteht in erster Linie darin zu verstehen, wie sich die Behandlung auf Prognosen und Krankheitsbilder auswirkt. Hintergrund Die Behandlung von ...

EuroSIDA ist die umfassendste multinationale Prospektionsstudie, die derzeit in bezug auf AIDS durchgeführt wird. Das Ziel besteht in erster Linie darin zu verstehen, wie sich die Behandlung auf Prognosen und Krankheitsbilder auswirkt. Hintergrund Die Behandlung von AIDS hat sich in den letzten Jahren geändert durch die Nutzung von kombinierten anti-retroviralen Medikamenten. Klinische Versuche liefern zuverlässige Informationen in bezug auf die Wirksamkeit und Sicherheit der Arzneimittel, doch die Verlaufskontrolle ist gewöhnlich kurz, so daß sie kein Gesamtbild der Dauerhaftigkeit der therapeutischen Wirkung, der langfristigen Toxizität der Medikamente oder der Entstehung einer Arzneimittelresistenz vermitteln können. Sie zeigen nicht, wie sich regionale oder örtliche Unterschiede in der Behandlung auf das klinische Ergebnis auswirken, und sie zeigen keine spezifischen Reaktionen bestimmter Kategorien von Patienten auf (intravenös behandelte Patienten werden von solchen Versuchen ausgeschlossen, obwohl sie einen Großteil der AIDS-Patienten darstellen). Ein ergänzender Ansatz ist Bestandteil des Biomed-Projektes der Europäischen Kommission ,,EuroSIDA" Bestimmung langfristiger klinischer Ergebnisse'. Beschreibung, Wirkung und Ergebnisse EuroSIDA ist eine Prospektionsstudie an rund 8 500 AIDS-Patienten in 60 Krankenhäusern und 20 Ländern (Europa und Israel). Die Patientendaten werden bei der Einschreibung erfaßt, und anschließend werden alle sechs Monate Informationen über die CD4-Zellzählung, die Virusbelastung, die Behandlungsdaten, das Auftreten von für AIDS typischen Krankheiten, usw. aufgezeichnet. Plasmaproben werden in einem zentralen Lager aufbewahrt, das mittlerweile mehr als 10 500 Proben umfaßt. Bei dem Projekt wurden rund 17 500 Personenjahre der Patientenerfahrung gesammelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Ergebnis der ,,hochaktiven anti-retroviralen Therapie" (HAART), der kombinierten Verwendung verschiedener Arzneimittel zur Unterbrechung der Replikation des AIDS-Virus (HIV). EuroSIDA hat eine bedeutende Verbesserung der Prognosen ergeben - weniger Todesfälle, weniger opportunistische Infektion infolge höherer CD4-Zellzählungen (CD4-Zellen - die Zielscheiben des HIV - sind vitale Bestandteile des Immunsystems). Es entstehen allmählich Veränderungen in den für AIDS typischen Krankheitsbildern. Überraschenderweise sind maligne Lymphome nicht zurückgegangen, vielleicht weil sie sich langsamer entwickeln; die Studie wird zeigen, ob es zu einer verzögerten Abnahme kommt. Doch es sind Krankheiten aufgetaucht, die als weniger typisch für AIDS gelten: Hepatitis, die zuvor vielleicht durch aggressivere Krankheiten überschattet wurde, geht jetzt zurück, ebenso wie Diabetes und Erkrankungen der Herzkranzgefäße, vielleicht wegen der langfristigen toxischen Wirkung von HAART. Eine weitere Überwachung ist notwendig, um diese Feststellungen auszulegen und um zu bestimmen, wie lange die günstige Wirkung anhält. Ein weiteres Ziel besteht darin, festzustellen, welche Patienten gut auf HAART reagieren, indem man Markierstoffe für eine gute/schlechte Prognose findet. Ein solcher Markierer ist die CD4-Zellzählung: Patienten mit steigender Zahl laufen weniger Gefahr, von opportunistischen Infektionen befallen zu werden, wie die Lungenentzündung Pneumocystis carinii (PCP), so daß es sicher ist, die Chemoprophylaxe auszusetzen. Zu beantworten ist noch die Frage, was mit den Patienten geschehen wird, bei denen es nicht gelingt, mit HAART die Virusbelastung vollständig aufzuheben (Anzahl von Viruspartikeln im Blut). Das zentrale Lager von Plasmaproben wird genutzt, um die Resistenz gegenüber der Behandlung zu untersuchen. Dies kann zu besseren Diagnosetests und zu einer Methode der Feststellung des HIV-Subtyps aller Patienten führen, um zu beobachten, wie sich dies auf das klinische Ergebnis auswirkt. Bei dem Projekt wird auch die besorgniserregende Verbreitung von HIV-Mutationen, die gegen Mehrfachmedikamente resistent sind, überwacht. Organisation der Partnerschaft EuroSIDA ist der Nachfolger des Biomed-Projektes 'AIDS in Europa'. Seit das Vorhaben vor zehn Jahren angelaufen ist, haben sich neue Partner dem gut geführten, effizienten und produktiven Netzwerk angeschlossen. Die Erkenntnis, daß die PCP-Chemoprophylaxebehandlung sicher ausgesetzt werden kann bei Patienten mit steigenden CD4-Zahlen, hat sogar die US-Richtlinien über die AIDS-Behandlung beeinflußt, und das Netzwerk, das bei allen großen HIV-Konferenzen Vorträge hält, ist nun ein wichtiges Instrument, um neu auftauchende Probleme im Zusammenhang mit AIDS zu behandeln.

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