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AiR Guidance and Surveillance 3D

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Flugverkehrskontrolle: Sicherheit geht vor

Die Flugverkehrskontrolle (FVK) in Europa muss dringend modernisiert werden, um Überlastungen zu vermeiden und vor allem die Sicherheit zu erhöhen. Um die Lücken der derzeitigen FVK-Systeme zu schließen, wurde im Rahmen eines EU-geförderten Projekts eine neue Technologie entwickelt, mit deren Hilfe potentielle Gefahren identifiziert werden und so die Sicherheit der Bürger vor Terroranschlägen erhöht wird.

Industrielle Technologien

Die Mitglieder des Projekts 'Air guidance and surveillance 3D' (ARGUS 3D) entwickelten ein Multisensor-System, das ein detailliertes, dreidimensionales Bild der überwachten Region liefert. Durch die Auswertung von Daten mehrerer Sensoren werden Informationen zur Art des nicht kooperierenden Luftfahrzeugs und dessen Gefahrenpotential generiert. Das ARGUS 3D-System kombiniert dabei die Vorteile konventioneller Überwachungssysteme mit jenen von zwei innovativen radarbasierten Systemen. Das System erhält Daten von 3D-Primärradaren, mit welchen die Flughöhe des Luftfahrzeugs bestimmt wird. Gleichzeitig ermöglicht es ein Netzwerk aus Passivradaren, Ziele aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Durch diese Kombination wird die Genauigkeit verbessert, mit der die Position eines Objekts bestimmt wird, und das zu überwachende Gebiet erweitert, wodurch weniger Bereiche unüberwacht bleiben und die Sicherheit in sensiblen Gebieten erhöht werden kann. Das ARGUS 3D-System soll in kritischen Situationen wie bei terroristischer Aktivität eine wesentliche Verbesserung der Flugverkehrsabbildung bieten. Durch Prüfungen, die unter realen Bedingungen im Gebiet um Rom durchgeführt wurden, konnten die Forscher die Genauigkeit einschätzen, mit der die Position von nicht kooperierenden Luftfahrzeugen bestimmt wird. Es bleibt noch Raum für Verbesserungen offen, insbesondere durch die Verwendung von Antennen, welche die ausgesendeten Strahlen genauer steuern können. Dennoch wurde in den Fällen, die von ARGUS 3D analysiert wurden, die Flughöhe auf 300 Meter genau geschätzt. Werden neben der Daten, die von den Luftfahrzeugen selbst übermittelt werden, auch Daten von Bodensensoren analysiert, können Alarme zeitnah ausgerufen werden. Wenn eine potentielle Gefahr identifiziert wurde, kann das ARGUS 3D-System dem Flugsicherungsoperateur helfen, indem es die wirksamsten Gegenmaßnahmen für das überwachte Gebiet vorschlägt. Mit weiteren Verbesserungen könnte das ARGUS 3D-System auch über die zivile FVK, die durch die ständig wachsende Zahl an Luftfahrzeugen gefordert ist, hinaus Verwendung finden. So wurde etwa der Weg hin zur Verwendung im Luftkampf und in der Überwachung des Seeverkehrs sowie zur Überwachung von Autos auf offener Strecke geebnet. Diese Anwendungsbereiche werden zweifellos in zukünftigen Projekten weiter untersucht.

Schlüsselbegriffe

Flugverkehrskontrolle, Sicherheit, Terroranschlag, Radar, Luftfahrzeug, Antenne, Gegenmaßnahme

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