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Auf die Feiern zur Entzifferung des menschlichen Genoms folgen Fragen

Die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts, die gestern vom Humangenom-Projekt (HGP) bekanntgegeben wurde, wurde von den meisten Hauptakteuren im Bereich der europäischen Forschung begrüßt, jedoch bleiben noch Fragen bezüglich ihrer zukünftigen Entwicklung offen. "Die Entsc...

Die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts, die gestern vom Humangenom-Projekt (HGP) bekanntgegeben wurde, wurde von den meisten Hauptakteuren im Bereich der europäischen Forschung begrüßt, jedoch bleiben noch Fragen bezüglich ihrer zukünftigen Entwicklung offen. "Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms, die Entzifferung des Buchs des Lebens, ist ein Meilenstein in der Wissenschaft", so der französische Forschungsminister Roger-Gerard Schwartzenberg. Der EU-Kommissar für Forschung, Philippe Busquin, begrüßte gleichfalls diese Nachricht, jedoch unterstrich er, daß dieses Thema sowohl von Experten als auch in der Öffentlichkeit diskutiert werden müsse. Wissenschaftler aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den USA, China, Japan und Frankreich arbeiteten an dem Dekodierungsprojekt, für das Kosten in Höhe von schätzungsweise 300 Millionen Dollar entstanden. Einer der problematischen Punkte ist die Beteiligung von Celera Genomics, einer US-amerikanischen Informationsgesellschaft, an der Entzifferung des Codes. In den folgenden Jahren könnte deren kommerzielle Nutzung einiger der in dem Verfahren gewonnen Informationen einen bedeutenden Einfluß auf die Forschungskosten für Unternehmen in diesem Bereich, z.B. Pharmaunternehmen, haben. Diese Problematik wurde auch von der französischen Sozialistin Marie-Noelle Lienemann aufgegriffen, die in einem Brief an die Europäische Kommission anfragte, ob ihre Richtlinie bezüglich des menschlichen Erbguts nicht überprüft werden sollte, da sie in ihrer derzeitigen Form zum kommerziellen Eigentum an genetischem Wissen führen könnte. Auf der anderen, positiveren Seite wurden bereits Schlüsse aus den in dem Projekt gesammelten Informationen gezogen. 97 Prozent der Daten sind entwirrt und 85 Prozent sind bereits richtig angeordnet. Eine Gruppe von Forschern aus verschiedenen Ländern, die eine Grobkartierung des menschlichen Genoms vorgenommen haben, schlossen eine Verbindung zwischen menschlichen Genen und der ethnischen Zugehörigkeit aus. Craig Venter von Celera Genomics sagte, daß sein Unternehmen die Genome von Menschen sequenziert habe, die sich selbst als Lateinamerikaner, Asiaten, Kaukasier und Afro-Amerikaner bezeichneten. "Bei den fünf. Genomen gibt es keinerlei Möglichkeiten, die ethnischen Zugehörigkeiten zu unterscheiden", so sagte er.