Bericht 2000 über den Waldzustand in Europa
Der Waldzustand in Europa hat sich laut dem kürzlich veröffentlichten jährlichen Bericht der Europäischen Kommission und der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UN/ECE) im letzten Jahr nicht verbessert. "Es ist keine grundlegende Verbesserung des Zustandes der Wälder eingetreten ... und es sind große regionale Unterschiede in der Entwicklung des Zustands zu beobachten. Eine weitere Reduzierung der Emissionen von Luftschadstoffen ist erforderlich, um die vielfältigen Funktionen der Wälder als eine der Grundlage für die nachhaltige Forstwirtschaft in Europa zu gewährleisten", so der Bericht. Der Bericht enthält neueste Ergebnisse der "Kronenzustandserhebung" und aus dem intensiven Erhebungsprogramm. Er enthält wichtige Informationen für die politischen Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit über den aktuellen Waldzustand in Europa. Die Kronenzustandserhebung zeigt auf, dass europaweit 36,3 % der bewerteten Bäume als "gesund", d.h. ohne Blatt- oder Nadelverlust, eingestuft werden können. Etwa 41 % jedoch sind in der "Warnstufe" und 20 % werden als "geschädigt" eingestuft, da sie mehr als 25 % ihrer Blätter/Nadeln verloren haben. Der Schädigungsgrad für alle Bäume mit mehr als 25 % Nadel-/Blattverlust ist für Nadel- und Laubbäume gleich geblieben. Auf regionaler Ebene ist für West- und Mitteleuropa eine deutliche Verbesserung zu verbuchen, während sich die Lage in den Mittelmeerregionen verschlechtert hat. Hier hat sich in den letzten fünf Jahren der durchschnittliche Nadel-/Blattverlust bei fast allen Baumarten beträchtlich erhöht. In den Regionen Mittel- und Nordeuropas ist keine einheitliche Tendenz auszumachen. "Der durchschnittliche Nadel-/Blattverlust hat sich in Europa zwischen 1992 und 1999 auf 30 % der Beobachtungsflächen verschlechtert, und nur auf 15 % der Flächen war eine Verbesserung zu verzeichnen," berichtet die Kommission. Außerdem zeigen die ersten Ergebnisse des kürzlich erschienen Technischen Berichts 2000 "Intensive Überwachung der Forstökosysteme in Europa", dass der Nährzustand der Bäume und auch ihre Vitalität beeinträchtigt sind. "Auf 30 % der Flächen ist der Nährzustand unzulänglich oder unausgewogen", berichten die Wissenschaftler. Die Reduzierung der Emissionen scheint jedoch gewisse Wirkung gezeigt zu haben. Auf den meisten Beobachtungsflächen in den europäischen Wäldern hat der Eintrag von Schwefel über das letzte Jahrzehnt viel stärker abgenommen als der Stickstoffeintrag. Die Kommission warnt aber: "Es sind jedoch weitere Emissionssenkungen notwendig, um die vielfältigen Funktionen der Wälder Europas als Grundlage für eine nachhaltige Forstwirtschaft gewährleisten zu können."