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Inhalt archiviert am 2022-12-07

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Satellit zur Unterstützung bei der Hochwasservermeidung

Mit den von den Erdbeobachtungssatelliten der Europäischen Raumfahrtbehörde gewonnenen Informationen sind Wissenschaftler nunmehr in der Lage, die Folgen von Hochwasser mit noch nie da gewesener Genauigkeit zu erforschen, abzubilden und vorherzusagen. Diese Bekanntmachung erfo...

Mit den von den Erdbeobachtungssatelliten der Europäischen Raumfahrtbehörde gewonnenen Informationen sind Wissenschaftler nunmehr in der Lage, die Folgen von Hochwasser mit noch nie da gewesener Genauigkeit zu erforschen, abzubilden und vorherzusagen. Diese Bekanntmachung erfolgt nach den verheerenden Hochwasserkatastrophen dieses Monats in Europa, die in England, Frankreich, Italien und der Schweiz fast 30 Opfer forderten und die Evakuierung zehntausender Menschen notwendig machten. Die Ergebnisse werden mit Hilfe von fünf von der ESA entwickelten Instrumenten gewonnen: Flächennutzungspläne, Bildverarbeitung von tatsächlichen Hochwasserausmaßen, genaue digitale Anstiegsmodelle, Schätzungen der Bodenfeuchtigkeit sowie ein Computerprogramm zur Erstellung von Hochwassermodellen, welches die Daten all dieser Inputs kombiniert. Das Instrument, welches die meisten Daten erfasst, ist der Radar mit synthetischer Apertur (SAR), welcher an Board der ERS-1 und ERS-2 mitgeführt wird. Der SAR reflektiert eine Reihe von Funkimpulsen vom Erdboden, während der Satellit in seiner Erdumlaufbahn fliegt. Die Echos werden mit Hilfe ausgefeilter Computertechnik in ein detailliertes Bild des Geländes umgesetzt. SAR-Bilder können zur Unterscheidung zwischen verschiedenen Geländearten und letztendlich für eine detaillierte digitale Landkarte genutzt werden. Derartige Landkarten können in vielen Bereichen eingesetzt werden. So ermöglichen sie beispielsweise die exakte Berechnung, wie sich Hochwasser an jedem beliebigen Punkt auf der Landkarte verhält: ob es sich schnell über steil abfallenden Asphalt ergießt oder langsam ein flaches, feuchtes Feld füllt. In der letzten Phase wird ein Computerprogramm zur Erstellung von Hochwassermodellen eingesetzt, um Modelle realer und vorhergesagter Ereignisse zu erzeugen. Mathematische Simulationstechniken werden so genutzt, dass Wissenschaftler digitale Regengüsse über der elektronischen Landschaft erzeugen und den weiteren Verlauf überwachen können. "Unsere Arbeit besteht darin, Szenarien für die Zivilschutzbehörden zu erzeugen", so Jerome Bequignon von der ESA. "Wir können ihnen typische Regenfallmuster zeigen oder das Überfluten eines Dammes simulieren, und ihnen dann zeigen, wo und wie das sich daraus entwickelnde Hochwasser einsetzt und sich ausbreitet. Sie können dann hochgradig gefährdete Gebiete identifizieren, welche für eine Evakuierung oder Schutzmaßnahmen Priorität erhalten. Ferner können wir die möglichen Folgen vorgeschlagener Baumaßnahmen oder Hoch- und Tiefbauarbeiten betrachten. Wir können ihnen sogar sagen, dass der geplante Supermarkt an seinem vorgesehenen Standort wahrscheinlich dreimal in zehn Jahren vom Hochwasser betroffen sein wird. Das hilft ihnen bei der Ausarbeitung von Präventivmaßnahmen."

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