Bericht hochrangiger Experten drängt auf mehr Mittel für Mess- und Prüftechnik
Ein von einer hochrangigen Expertengruppe zusammengestellter Bericht, der die Mess- und Prüftechnik als eine auf den Europäischen Forschungsraum hin orientierte Aktivität definiert, stellt die Prioritäten für Mess- und Prüfverfahren heraus und drängt auf mehr finanzielle Mittel im nächsten Rahmenprogramm. Mess- und Prüfverfahren tragen zur Integration in Europa bei, da sie Forschungsaktivitäten unterstützen, die die Messmöglichkeiten ausdehnen und die gegenseitige Anerkennung von Mess- und Prüfergebnissen ermöglichen. Der Bericht empfiehlt, dass sich die Anstrengungen künftig auf drei Hauptgebiete konzentrieren sollten, nämlich Handel, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit, damit eine höhere Effektivität erzielt wird. Eine gemeinsame Struktur der Mess- und Prüftechnik ist erforderlich, damit sowohl der Binnenmarkt als auch der Welthandel funktionieren. Fortschritte in der Wissenschaft der Messtechnik und der Entwicklung validierter Verfahren und Messnormen sind entscheidend für die industrielle Entwicklung neu entstehender Technologien, wie z.B. die Nanotechnologien. Messverfahren und Harmonisierung spielen auch eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen, in der Lebensmittelsicherheit, im Verbraucherschutz, bei der Verbesserung der Arbeitssicherheit, der Überwachung von Umweltgefahren und der Verbesserung der Produktsicherheit. Unterstützung für Forschung und Infrastruktur wird auch benötigt, um die forensischen Ermittlungsverfahren zu verbessern. Die Autoren des Berichts betonen, dass es "ratsam ist, innerhalb des nächsten Rahmenprogramms (Normen,) Mess- und Prüfverfahren als eine horizontale Koordinierungsmaßnahme mit einem größeren Budget zu verankern". Zur gleichen Schlussfolgerung ist man auch im Rahmen der vor kurzem abgeschlossenen 5-Jahres-Bewertung des Growth-Programms gekommen. Der Bericht betont, dass veröffentlichte Aufrufe immer zielgerichtet und engagiert sein sollten, wenn die wichtigsten Forschungsbedürfnisse angegangen und die Ziele der Gemeinschaft erreicht werden sollen. "Die Definition von Forschungsaufgaben, die im Bereich der Mess- und Prüfverfahren unternommen werden sollen, erfordert eine proaktive Arbeitsweise", so der Bericht. Sie solle auch Beratungen mit den unterschiedlichsten Interessengruppen, wie andere GD, Normungsgremien, Regulierungsbehörden, Industrie- und Handelsverbände, umfassen. Eine starke europäische Infrastruktur im Bereich Mess- und Prüftechnik biete nicht nur ein Frühwarnsystem, sondern auch entscheidendes Feedback. Laut dem Bericht ist diese Aktivität im Wesentlichen auf den Europäischen Forschungsraum (EFR) ausgerichtet. Die Expertengruppe nutzt die Einführung von "virtuellen Instituten" durch Prüf- und Messverfahren, um diese Behauptung zu unterstützen. In einigen Fällen hat sie zur europäischen Konsensfindung und Harmonisierung beigetragen, während sie die Auswirkung erzielter Ergebnisse auf die Entwicklung und die korrekte Umsetzung von Gemeinschaftsstrategien und -regelungen garantiert hat. Es werden derzeit Anstrengungen unternommen, Laboratorien in EU-Beitrittsländern auf ihre Aufgaben im Zusammenhang mit der Annahme und Umsetzung europäischer Richtlinien vorzubereiten. Außerdem finden innovative Entwicklungen statt, die zu einer einheitlichen Infrastruktur in der chemischen Metrologie in Europa beitragen sollen, wie beispielsweise in den Bereichen Industrie, Umwelt, Lebensmittel und Gesundheit. Auf dem spezifischeren Gebiet der Metrologie in der Chemie unterstützt die hochrangige Expertengruppe eine Koordinierungsrolle für die Europäische Kommission, unterstützt vom Rahmenprogramm, bei der Erleichterung und Harmonisierung von Entwicklungen. Es wird dabei eine Doppelstrategie bevorzugt: Entwicklung einer harmonisierten europäischen Infrastruktur für chemische Messverfahren auf allen Gebieten der chemischen Messung und Verbreitung der Rückverfolgbarkeit und des Prinzips der Metrologie in der Chemie von der höchsten Ebene bis zur Arbeitsebene durch die Entwicklung, Demonstration und Auswertung von Konzepten, Systemen, Strategien und Werkzeugen. Diese Bereiche sollten als Prioritäten angesehen werden, fährt der Bericht fort.