Forschungsminister begrüßen Vorschlag für RP6
Bei einem Treffen in Uppsala (Schweden) begrüßten die Forschungs- und Bildungsminister der EU die Vorschläge der Kommission für ein neues Forschungs-Rahmenprogramm und nannten die Bereiche, in denen stärkere Anstrengungen notwendig sind. Philippe Busquin, für die Forschung zuständiges Kommissionsmitglied, umriss am 21. Februar 2001 den Vorschlag der Kommission für das Sechste Rahmenprogramm (RP6). Der Vorschlag beinhaltet eine Erhöhung der gewährten Mittel um 17Prozent. Diese werden u.a. für die Verbesserung der Mobilität der Forscher und die Pflege einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen den Spitzenforschungsstätten der EU verwendet. Sieben Forschungsbereiche werden vorrangig behandelt: Biotechnologie, Technologien für die Informationsgesellschaft, Nanotechnologie, Luft- und Raumfahrt, Lebensmittelsicherheit, umweltgerechte und nachhaltige Entwicklung und Bürger und modernes Regieren. "Die Minister begrüßten die strategische Weitsicht und die klare Aussage zugunsten von Forschung und Innovation", sagte der derzeitige Vorsitzende des Forschungsrates Thomas Östros zum Abschluss der Konferenz. "Sie verabschiedeten das Schlüsselprinzip der Konzentration auf eine begrenzte Zahl vorrangiger Themen, um eine "kritische Masse" und einen europäischen Mehrwert zu erreichen." Der Minister räumte jedoch ein, dass die Sorge geäußert wurde, durch die Konzentration könnten kleinere Akteure in der Forschung an den Rand gedrängt werden. Was die vorrangigen Themen anbelangt, hoben die Minister die Bedeutung einer konzertierten Aktion zur Entwicklung der Biotechnologie in Europa, bei der Forschung, industrielle Innovation, Unternehmergeist und Lebensqualität voll berücksichtigt werden, sowie die Bedeutung einer öffentlichen Diskussion über ethische Fragen hervor. Die Minister unterstrichen die Bedeutung der stärkeren Einbeziehung der KMU (kleine und mittlere Unternehmen) und der Lösung des Mitarbeiterengpasses in der Forschung. Darüber hinaus begrüßten sie die Vorschläge der Kommission für eine Erhöhung der Unterstützung zur Förderung der Beteiligung von KMU. Die Minister hoben außerdem die Bedeutung der Verfolgung der vom Europäischen Rat von Lissabon angeregten Initiativen im Bereich der grundlegenden IT-Kenntnisse hervor und forderten die Mitgliedstaaten auf, regen Gebrauch von den auf nationaler und europäischer Ebene bestehenden Programmen und Mitteln zu machen. Ferner befürworteten sie die Vorschläge zur Verbesserung der Ausbildung und Mobilität von Forschern. Die Kommission hat vorgeschlagen, neue Instrumente zur Umsetzung des RP6 einzusetzen. "Angesichts der Wichtigkeit und der Komplexität des Themas erschien die umfassende Untersuchung der Frage der Instrumente von wesentlicher Bedeutung. Dies sollte in den entsprechenden Gremien des Rates dringend in Angriff genommen werden, und die entsprechenden nationalen hochrangigen Experten sollten in die Diskussion einbezogen werden", so Minister Östros weiter. "Die Minister begrüßten Forschungskommissar Busquins Plan, ein offenes Seminar zusammen mit Vertretern der Forschung durchzuführen, bei dem ein Ideenaustausch über die genauen Verfahren der Durchführung stattfindet." Die Teilnehmer der Konferenz waren sich einig darüber, dass eine breiter gefasste Herangehensweise an dieses Thema unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Forschung und der Bildung notwendig ist. "Die Minister vertraten die Auffassung, dass eine eingehendere einheitliche Analyse des Bildungs- und des Forschungssektors erforderlich ist, die das gesamte Spektrum der Möglichkeiten zur Stimulierung des Interesses der jüngeren Generationen an einer Hochschul- und einer Forschungskarriere insbesondere in den Bereichen Pädagogik, Wissenschaft und Technik berücksichtigt. Es wurde betont, dass die Maßnahmen zur Schaffung von Stellen eine allgemeine Reform der Pädagogik und gute Verbindungen zur Arbeitswelt und Industrie im gesamten Bildungssystem umfassen müssen", so Östros. Auch die Schulen müssten sich an der laufenden Ethikdiskussion beteiligen, die auf Grund der raschen Entwicklung in der Biotechnologie und der Genomik an Bedeutung gewonnen hat: "Die Art und Weise, wie diese Fragen in der Schule angegangen werden, wirkt sich auf die Haltung der Jugendlichen aus, und das Vertrauen der breiten Öffentlichkeit in die wissenschaftliche und technologische Entwicklung beeinflusst das Interesse der jüngeren Generationen an einer Laufbahn in Wissenschaft und Technik", meinte Östros und fügte hinzu, dass Wissenschaft und Industrie zu diesen Fragen ebenfalls den Dialog mit der Öffentlichkeit suchen sollten. Die Gespräche werden im Rahmen des CREST-Ausschusses (Comité de la Recherche Scientifique et Technique) und beim Treffen des Rates der Forschungsminister im Juni mit dem Ziel fortgesetzt, eine konkrete Maßnahme vorzubereiten.
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Schweden