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Genauere Daten für jahreszeitliche und mittelfristige Klimaprognosen

EU-finanzierte Forscher entwickelten eine Reihe integrativer Lösungen für bessere jahreszeitliche und mittelfristige Klimaprognosen.

Klimawandel und Umwelt

Trotz der jüngsten Aufforderung der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), robustere Klimadaten für die ökonomische, industrielle und politische Planung bereitzustellen, hängt Europa hinsichtlich jahreszeitlicher und mittelfristiger Klimaprognosen (saisonal-to-decadal, s2d) noch hinterher. Laut SPECS-Projektkoordinator Francisco Doblas-Reyes sind in vielen aktuellen Forschungsprojekten neben der Fokussierung von Klimadiensten auf langfristigen Klimawandel vor allem fehlende Daten für s2d-Klimaprognosen einer der Gründe, warum Klimaprognosen auf europäischer Ebene noch wenig aussagefähig sind. "Bislang sind jahreszeitliche und mittelfristige Klimaprognosen für Europa noch sehr unzuverlässig, vor allem auf kürzeren Zeitskalen", sagt Doblas-Reyes. "Auch bei jahreszeitlichen Prognosen kommt man kaum voran, was im Wesentlichen daran liegt, dass neue Werkzeuge und Berechnungsmodelle für Meereis, Landflächen, Stratosphäre und Ozeane noch nicht in den Systemen berücksichtig werden und Echtzeitdaten liefern. Trotzdem war uns klar, dass diese noch nicht erschlossenen Klimavorhersagedaten für die Genauigkeit solcher Systeme entscheidend sind." Um diese Lücke zu schließen, sollte das SPECS-Projekt die wichtigsten Aufgaben bei der s2d-Prognose identifizieren und integrative Lösungen sowohl hinsichtlich der Zeitskalen als auch einer schnelleren Kommunikation zwischen Wetterdiensten und Nutzern liefern. Kurzfristige Klimaprognosen Das Projekt hatte zwei Hauptziele: zum einen die Entwicklung einer neuen Generation europäischer Klimaprognosesysteme, die jüngste wissenschaftliche Fortschritte bei Klimamodellen und Wetterprognosen einbeziehen, zum anderen die Entwicklung effizienter lokaler und regionaler Prognosemethoden, mit denen aussagefähige und zuverlässige Vorhersagen zu Landflächen auf lokaler und überregionaler Ebene möglich sind. Sobald dem Projekt diese Daten vorlagen, sollte veranschaulicht werden, wie diese genaueren, hochaufgelösten Klimadaten vor allem die Integration anderer Dienste fördern können, die sich der generellen Problematik von globaler Klimaveränderung und -variabilität widmen. Um diese Ziele zu erreichen, führte das Projekt mehrere spezifische innovative Experimente im Zusammenhang mit globalen Prognosen durch, deren Daten inzwischen veröffentlicht sind. "Einerseits liefern diese Experimente neue Erkenntnisse zum Einfluss natürlicher Variabilität sowie Anfangszustand und beschreiben entscheidende Prozesse bei Klimaprognosen", sagt Doblas-Reyes. "Andererseits wurden auch radikale Veränderungen bei Prognosesystemen, etwa beim Strahlungsantrieb (RF, radiative forcing) sowie bessere und realistischere Modelle und eine bessere räumliche Auflösung bei globalen Prognosesystemen getestet." Schließen von Lücken Die umfangreichen Forschungen des SPECS-Projekts brachten mehrere wichtige Ergebnisse. So könnten zuverlässigere Ausgangsdaten bei verschiedenen Komponenten die Prognosequalität für Landflächen so verbessern, dass für eine Reihe sozioökonomischer Anwendungen hinreichende Daten vorliegen. Auch durch verbesserte räumliche Auflösung der Prognosen – die z.B. die Interaktion zwischen Vegetation, Schnee und Meereis, atmosphärischer Zusammensetzung und Vulkanaschewolken einbezieht – konnten genauere Informationen zu kurzfristigen extremen Klimaereignissen bereitgestellt werden. Ein weiterer Aspekt des Projekts war die Beseitigung bedeutsamer Fehlerquellen bei der Klimaprognose wie Effekte von Initialisierungsschocks oder systematische Fehler und Abweichungen, da dies Prognosesysteme wesentlich genauer machen kann. Außerdem konnte das Projekt die Informationsvermittlung zu jahreszeitlichen und mittelfristigen Klimaprognosen für ein breiteres Publikum zugänglich machen. In diesem Sinne könnte man sagen, dass SPECS für viele verschiedene Initiativen Lücken bei der Bereitstellung von Daten schließen kann, etwa für Studien, die Probleme mit Klimavorhersagen haben, bei mangelnder Datenlage für Wetterdienste und für eine spezielle Gruppe von Stakeholdern und internationalen Einrichtungen, die im Bereich Klimaprognose aktiv sind. "SPECS lieferte Lösungen für eine koordinierte europäische Antwort, um bessere globale jahreszeitliche und mittelfristige Klimaprognosen erstellen zu können", schließt Doblas-Reyes. "Davon können wiederum staatliche Planung, Gesellschaft und europäische Unternehmen profitieren, da sie genauere, zuverlässige und besser kommunizierte Klimadaten bekommen."

Schlüsselbegriffe

SPECS, Klimawandel, jahreszeitliche und mittelfristige Klimaprognosen, Klimaprognose, Europa

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