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Wirkung von pflanzlichen Futtermitteln auf Zuchtfisch

Fische, die im Meer gefangen werden, werden als Futter für den wachsenden Aquakultursektor Europas eingesetzt. Eine EU-finanzierte Initiative befasste sich mit dieser nicht nachhaltigen Nutzung der Meeresressourcen, indem sie die Wirkung einer pflanzlichen Ernährung auf Zuchtfisch untersuchte.

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Bei den meisten der gezüchteten Fischarten in Europa handelt es sich um Fleischfresser. Ihr Futter enthält Fischmehl (FM) und Fischöl (FÖ), das aus Wildbeständen gewonnen wird, die auf See gefangen wurden. Allerdings steigt die Nachfrage nach diesem „Rohstoff“ in den expandierenden Sektoren der Aquakultur und der menschlichen Gesundheit, in dem FÖ in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird. Es besteht ein wachsender Bedarf an nachhaltigen alternativen Zutaten, wie z. B. pflanzlichen Futtermitteln, um den Druck auf Meeresressourcen zu reduzieren. Biologen des Projekts ARRAINA (Advanced research initiatives for nutrition and aquaculture) untersuchten die Nährstoffanforderungen der fünf am häufigsten gezüchteten Fischarten in Europa: Atlantischer Lachs, Regenbogenforelle, Europäischer Seebarsch, Goldbrasse und Karpfen. Diese Informationen wurden verwendet, um nachhaltige Aquakulturfuttermittel auf pflanzlicher Basis zu entwickeln, die auf die Anforderungen jeder Art zugeschnitten sind, jedoch weniger FM und FÖ enthalten. „Ziel war es, eine Flexibilität bei der Verwendung von kostengünstigen und umweltfreundlichen Zutaten in der Formulierung von Futtermitteln zu schaffen, um Zuchtfisch von hohem Nährwert und von hoher Qualität zu produzieren“, erklärt Dr. Sadasivam Kaushik, Koordinator von ARRAINA. Er fügt hinzu: „Davon werden all jene profitieren, die mit dem europäischen Fischzuchtsektor zu tun haben, von Futtermittellieferanten bis hin zu Futtermittelherstellern und Züchtern.“ Mit Biomarkern die Wirkung messen Die Projektpartner entwickelten Werkzeuge, die auf relevanten Biomarkern basieren, um die Auswirkungen von alternativen Futtermitteln auf den Fischstoffwechsel zu messen und vorherzusagen und die Nährstoffanforderungen für jede Art über den gesamten Lebenszyklus zu ermitteln. Die Forscher maßen die langfristigen Auswirkungen von Veränderungen in der Futtermittelformulierung auf die Fischleistung, einschließlich der Schwellenwerte, Ernährungseingriffe in frühen Lebensphasen und die Auswirkungen der mütterlichen Ernährung auf Larven. Laut Dr. Kaushik war „die Entwicklung von nutzbaren prädiktiven Biomarkern, um die Auswirkungen von Nährstoffen zu beurteilen, ein wichtiges Ergebnis. Darüber hinaus wurden neue Daten über Nährstoffanforderungen gewonnen, insbesondere im Zusammenhang mit der Verwendung von Futtermitteln, die reich an pflanzlichen Proteinen und Ölen sind.“ Die Wissenschaftler schufen neue Wege, um spezifische Mikronährstoffe zu liefern, um die Eizusammensetzung zu modifizieren oder die Wachstumsleistung von Fischlarven zu verbessern, wodurch die Effizienz des Produktionsprozesses verbessert wird. Sie könnten die Mengen an FM und FÖ in den Futtermitteln der fünf untersuchten Arten signifikant reduzieren, ohne die Leistungsindikatoren oder die Nährstoffnutzung zu beeinträchtigen. Mehr Produktivität und bessere Leistung Ebenfalls untersucht wurde der Einsatz des sogenannten Nutritional Programming zur Verbesserung der alternativen Fütterung der ausgewählten Fischart. Nutritional Programming stützt sich auf die Idee, dass Unterschiede in der Ernährung während kritischer Phasen im frühen Leben die Entwicklung eines Organismus, seinen Stoffwechsel und seine Gesundheit für die Zukunft programmieren können. Zusätzlich wurde ein webbasiertes Werkzeug geschaffen, das die mögliche Nährstoffbelastung in der Umwelt bewertet. Dieses wurde allen Interessengruppen zugänglich gemacht. Die Projektpartner entwarfen auch Weiterbildungen zur Ernährung von Fischen, um Forschungskapazitäten und Fachwissen, vor allem in Ländern der erweiterten EU zu erhöhen. Durch die Entwicklung von angewandten Werkzeugen und Lösungen von technischem Interesse in Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) schuf ARRAINA neues Wissen und stärkte die Verbindungen zwischen der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Futtermittelindustrie in der EU. Dies wird zu einer erhöhten Produktivität und Leistungsfähigkeit des Aquakultursektors beitragen und zu einem Wettbewerbsvorteil des gesamten Sektors auf globaler Ebene führen.

Schlüsselbegriffe

Aquakultur, ARRAINA, Biomarker, Mikronährstoffe, Nutritional Programming

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