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Italien unterstützt EFR und RP6, will aber mehr für den Mittelmeerraum

Der offizielle Beitrag Italiens zur Diskussion über die Zukunft der europäischen Forschung entspricht zum Großteil den Vorstellungen der Kommission über das nächste Rahmenprogramm und den vorgeschlagenen Europäischen Forschungsraum (EFR), wobei jedoch auf die Aufnahme eines Fo...

Der offizielle Beitrag Italiens zur Diskussion über die Zukunft der europäischen Forschung entspricht zum Großteil den Vorstellungen der Kommission über das nächste Rahmenprogramm und den vorgeschlagenen Europäischen Forschungsraum (EFR), wobei jedoch auf die Aufnahme eines Forschungsraums im europäischen Mittelmeerraum gedrängt wird. Das Ende Februar, d.h. kurz vor der Vorlage der Vorschläge der Kommission für das nächste Rahmenprogramm durch Forschungskommissar Busquin, abgefasste Dokument des italienischen Ministeriums für Hochschulen, Forschung und Technologie beschäftigt sich mit den Mitteilungen der Kommission zu den Richtlinien für den EFR und den Schlussfolgerungen des Forschungsrates nach dem Treffen im November 2000. Mit dem Hinweis darauf, dass zahlreiche der in diesen Unterlagen angesprochenen Initiativen in dem dreijährigen Forschungsplan des Landes bereits berücksichtigt sind, unterstreicht die Stellungnahme, Italien könne daher "nicht nur die verlangten Perspektiven für die Zukunft der europäischen Forschung voll unterstützen, sondern auf dieser Grundlage auch zu ihrer Verwirklichung beitragen, indem das nationale Forschungswesen erneuert und die entsprechenden Aktionslinien festgelegt werden". Zum EFR, der in der Stellungnahme "komplex und ehrgeizig" genannt wird, erklärt das italienische Forschungsministerium, das Projekt erfordere mehr Mittel und Engagement. Die Instrumente und deren Unterstützungsmechanismen müssten vor ihrer Aufnahme in die Politik der Mitgliedstaaten überprüft und entsprechend abgestimmt werden. Die Stellungnahme warnt jedoch vor zu schnellen Schritten und fordert vielmehr eine "ausgewogene Übergangsphase zwischen Kontinuität und Erneuerung". Was die Inhalte anbelangt, wird auf die Grundlagenforschung hingewiesen, da gerade sie eine Voraussetzung für die Verwirklichung der wissensbasierten Gesellschaft sei. Die Forschung sollte außerdem einen klaren Bezug zur sozialen Entwicklung, der nachhaltigen Entwicklung und ihren möglichen Folgen für den Arbeitsmarkt haben. Ein Forschungsraum im europäischen Mittelmeerraum stellt für Italien einen brauchbaren Lösungsansatz für mehrere Probleme dar. Dies betrifft die Rolle der Forschung als Mittel des Dialogs, des Friedens und der Sicherheit in den Beziehungen zu nichteuropäischen Ländern des Mittelmeerraums, die Lösung von Problemen der Region mit hoher gesellschaftlicher Relevanz und in Bezug auf die nachhaltige Entwicklung (wie z.B. die Süd-Nord-Migration) und die gemeinsame Berücksichtigung der Entwicklungsländer und der EU-Mitgliedstaaten. Er würde außerdem eine wichtige Verbindung zwischen dem Rahmenprogramm und den unter dem Kooperationsprogramm MEDA verfügbaren Förderungen darstellen. Italien ist einverstanden mit dem Beschluss, die Mittel des nächsten Rahmenprogramms auf eine begrenzte Zahl von Schlüsselprojekten zu konzentrieren. "Die einzuschlagende Vorgehensweise sollte die harmonische Verzahnung der großen Technologie-Strategien erlauben, da Europa auf sie nicht verzichten kann, wenn es in der wirtschaftlichen Entwicklung auf internationaler Ebene eine Rolle spielen will", heißt es in der Stellungnahme. Als Bereiche werden die Informationstechnologie, die Nanotechnologie und die Mikroelektronik genannt. Der Zugang zu Mitteln der Gemeinschaft sollte im Rahmen einer hochwertigen umfassenden Teilnahme erfolgen und Großprojekte sollten keine starre Struktur aufweisen und eher auf einzelne Themenfelder abgestimmt sein. Als Beispiel für einen Erfolg des Fünften Rahmenprogramms wird das kulturelle Erbe genannt, da hier die Zusammenarbeit mit anderen Ländern Voraussetzung für Fortschritte war. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) müssen sicherstellen, dass sie vollkommen in den Forschungsprozess integriert sind: "Die Erprobung eines neuen Instruments, etwa der gemeinsamen Forschung, ist ohne die unmittelbare Einbeziehung der KMU in die Forschungsprojekte entsprechend ihrer tatsächlichen Anforderungen nicht möglich", so die Stellungnahme. Außerdem begrüßt Italien, dass der Schwerpunkt nun auf einer kleinen Zahl strategischer Bereiche liegen soll, und fordert, dass die Instrumente der Zusammenarbeit wie etwa die Eureka-Initiative aktualisiert werden. Es sei erforderlich, die Forschungsinfrastrukturen zu erneuern und zu festigen. Dies sollte nach einer breiten Konsultierung auf nationaler, bilateraler, multilateraler Ebene und entsprechend der variablen Geometrie erfolgen. Die volle Nutzung der fortschrittlichsten Informations- und Kommunikationsmittel wie Rechnernetze und das Forschungs-Backbone-Netz GEANT sollte sichergestellt werden. Was die von der Kommission angeregten Spitzenforschungszentren anbelangt, legt Italien seine Zustimmung genauer dar: "Italien befürwortet die Erfassung von Spitzenforschungszentren, sofern dies nicht auf ein vorbestimmtes, endgültiges und statisches Szenario hinausläuft." Einer der wichtigsten Bereiche für Italien ist die Mobilität der Forscher. Der EFR wird als Mittel zur Überwindung der momentanen und zukünftigen Probleme im Bereich der Werbung und der Mobilisierung von Forschern angesehen. Die Stellungnahme verlangt vor allem eine sektorenübergreifende Mobilität zwischen Lehre und Wirtschaft, höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Außerdem fordert sie Anreize, um im Ausland beschäftigte EU-Bürger zur Rückkehr zu bewegen. Hindernisse wie unterschiedliche behördliche, steuerliche und andere Bestimmungen für Forscher sollten beseitigt werden. Ferner wird eine stärkere Rolle der Frau in Wissenschaft und Forschung nachdrücklich gefordert. Die Umsetzung des Rahmenprogramms sollte sich stark am RP5 anlehnen; der öffentliche Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen und die gegenseitige Bewertung (Peer Review) sollten beibehalten werden. Die Verfahren sollten verkürzt und vereinfacht werden; die "Fachleute sollten die entsprechenden Kompetenzen [für solch eine] Aufgabe besitzen, und ihre hohe Kompetenz sollte in ihrem Heimatland bescheinigt sein". Die Bewertung sollte in transparenter Weise erfolgen. Die Stellungnahme hat nichts gegen Outsourcing einzuwenden, solange kein Interessenskonflikt entsteht und die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Hauptziel ist die Überwindung der "momentanen offensichtlichen Starrheit und übermäßigen Bürokratie" des Systems. Abschließend betont die italienische Stellungnahme, dass eine gemeinsame Reaktion auf die Fragen, die sich Europa stellen, von grundlegender Bedeutung ist und dass der Schlüssel im Vorsorgeprinzip und in ethischen Erwägungen liegt. "Italien begrüßt nachdrücklich spezifische Aktionen zur Verbesserung des Bildes der Wissenschaft und der Forschung in der Öffentlichkeit durch spezifische Verbreitungsmaßnahmen (wie bereits im momentanen RP5 und auf nationaler Ebene der Fall) und zur Förderung und Entwicklung eines Grundsatzdialogs zwischen der Wissenschaft, Behörden, Politik, Bürgern und der Wirtschaft."

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