Liikanen: Mitgliedstaaten und Kommission müssen bei der Verwirklichung der Ziele für die Gesundheitsfürsorge am Netz zusammenarbeiten
Im Rahmen einer Rede anlässlich einer Tagung zu Qualitätskriterien für gesundheitsbezogene Websites am 7. Juni wies Kommissionsmitglied Erkki Liikanen (Unternehmen und Informationsgesellschaft) auf die Aufgaben hin, welche die Mitgliedstaaten und die Kommission lösen müssen, damit die Ziele im eEurope-Abschnitt "Gesundheitsfürsorge am Netz" erreicht werden. Delegierte von Ministerien, internationalen Organisationen, Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) und der Wirtschaft waren in Brüssel zusammengekommen, um sich über derzeitige Praktiken und Pilotprogramme auszutauschen. Ziel der Tagung war, ein gemeinsames Instrumentarium an Schlüssel-Qualitätskriterien zu erarbeiten, das von den Mitgliedstaaten als Grundlage für zukünftige politische Instrumente zur Bewertung der Qualität der Informationen auf gesundheitsbezogenen Websites herangezogen wird. Die Festlegung von Kriterien für gesundheitsbezogene Websites ist eine der vier Aktionen im Abschnitt "Gesundheitsfürsorge über das Netz" des eEurope-Aktionsplans, der im Anschluss an den Lissabonner Gipfel im März2000 formuliert wurde. Weitere Aktionen im Gesundheitsbereich betreffen die Sammlung und Verbreitung vorbildlicher Verfahren bei elektronisch gestützten Diensten der Gesundheitsfürsorge, Praktiken in der Gesundheitsfürsorge über das Netz zur Unterstützung von Einkäufern bei der Kaufentscheidung, die Einrichtung mehrerer Datennetze zum Austausch von Informationen über nationale Gesundheitsvorsorgesysteme sowie die Veröffentlichung einer Mitteilung zu Rechtsfragen der Gesundheitsfürsorge über das Netz, in der das einschlägige geltende Recht in diesem Bereich verdeutlicht wird, um so verschiedene Fragen der Wirtschaft zu klären. "Das Ziel ist, von anderen guten Erfahrungen zu lernen, laufende Maßnahmen zu nutzen und zu einer kohärenten Vorgehensweise zu finden, denn das Internet macht im Gegensatz zur Politik vor Ländergrenzen nicht Halt", sagte Liikanen. Liikanen betonte, dass Mitgliedstaaten und Kommission zusammenarbeiten müssten, damit wichtige Ziele erreicht werden: "Der Verwaltungsapparat der Mitgliedstaaten ist natürlich von ausschlaggebender Bedeutung für die Verwirklichung der Ziele des Kapitels "Gesundheitsfürsorge am Netz". Diese Herausforderung besitzt jedoch auch eine europäische Dimension, nämlich die Bestimmung und Verbreitung vorbildlicher Praktiken und die gemeinsame Entwicklung der entsprechenden Benchmarking-Kriterien für den Gesundheitsbereich", so das Kommissionsmitglied. "Es ist eigentlich ganz einfach: Entweder unternehmen wir nun einen gemeinsamen, entschiedenen Schritt ins Informationszeitalter, oder unsere Zukunft wird in Frage gestellt", sagte er.