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ALLEA fordert Änderungen der vorgeschlagenen Prioritätsbereiche für RP6

Die Vereinigung "All European Academies" (ALLEA - Vereinigung nationaler Akademien der Wissenschaften, schönen Künste und Geisteswissenschaften in 38 europäischen Ländern) fordert in ihrem Positionspapier zu den Vorschlägen der Kommission für das nächste Rahmenprogramm Änderun...

Die Vereinigung "All European Academies" (ALLEA - Vereinigung nationaler Akademien der Wissenschaften, schönen Künste und Geisteswissenschaften in 38 europäischen Ländern) fordert in ihrem Positionspapier zu den Vorschlägen der Kommission für das nächste Rahmenprogramm Änderungen bei zwei von der Kommission vorgeschlagenen Prioritätsbereichen, eine breitere Definition der Anwendungsgebiete in Bereichen, die durch wissenschaftliche Entwicklungen bestimmt werden, und eine bessere Zusammenarbeit der Generaldirektionen. Bei den beiden Prioritätsbereichen, für die Änderungen gefordert werden, handelt es sich um "Luft- und Raumfahrt" und "Bürger und Regierung". ALLEA empfiehlt, dass sich im Forschungsbereich "Luft- und Raumfahrt" auf die Weltraumforschung konzentriert wird, das Budget angepasst wird, so dass diese Änderung des Umfangs widergespiegelt wird, und dass die mit der Luftfahrt verbundenen Themen Sicherheit und Umweltfragen unter anderen Rubriken behandelt werden. "Ein Bereich, Luft- und Raumfahrt, scheint von unterschiedlicher Natur im Vergleich zu den fünf bisher betrachteten Bereichen zu sein. Ein europäischer Mehrwert ist hauptsächlich hinsichtlich des Umfangs gerechtfertigt", so heißt es in der Stellungnahme. "Das Interesse an der Luftfahrt wird nicht durch Entwicklungen im Bereich der grundlegenden Wissenschaften angetrieben. Wir können auch keine ausreichenden Gründe dafür erkennen, warum der Luftfahrt eine höhere Priorität als anderen Bereichen von öffentlichem Interesse wie beispielsweise Strassen- oder Bahnverkehr eingeräumt werden sollte", so heißt es in dem Positionspapier weiter. ALLEA erkennt an, dass ein öffentliches Interesse an der Reduzierung der Umweltauswirkungen der Luftfahrt bestehen könnte, würde dies aber lieber in dem Programm zur nachhaltigen Entwicklung behandelt sehen, in dessen Rahmen auch Emissionen berücksichtigt werden. Forschungen zur Sicherheit von Flugzeugen "scheinen ihr Gewicht auf einen Themenbereich zu legen, der zu klein und zu eng gefasst ist und nur einen begrenzten Beitrag zum wissenschaftlichen und öffentlichen Wissen leistet. Dadurch wird die Schaffung eines gesonderten Prioritätsbereichs nicht gerechtfertigt", führt ALLEA an. Es wird vorgeschlagen, dass die Flugzeugsicherheit in das Programm der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) aufgenommen wird. ALLEA würde des Weiteren "Bürger und Regierung" gerne erweitert sehen und in "Bürger, Gemeinschaften und Lebensqualität" geändert wissen. ALLEA stimmt zwar zu, dass das Verhältnis zwischen Bürgern und Institutionen in der entstehenden wissensbasierten Gesellschaft Europas ein bedeutendes und folgenreiches Thema ist, ist jedoch besorgt, dass sich das Programm zu sehr auf institutionelle Vereinbarungen konzentriert. ALLEA unterstützt einen Bericht der British Academy, in dem ein neu formuliertes Programm "Lebensqualität" vorgeschlagen wird, in das Themen der sozialen und wirtschaftlichen Beteiligung aufgenommen werden. "Der erweiterte Umfang dieses Prioritätsbereichs sollte sich auch in der Mittelzuteilung widerspiegeln", so heißt es in der Stellungnahme weiter. ALLEA begrüßt, dass in dem Vorschlag die drei durch die Wissenschaft vorangetriebenen Bereiche unterstrichen werden: Genomik, Informations- und Materialwissenschaften. "Jedoch als Prioritätsbereiche, die von der Grundlagenforschung bestimmt werden, sollten die Anwendungsbereiche nicht zu eng definiert werden." In dem Papier wird betont, dass die Grundlagenforschung im Bereich Genomik und Biotechnologie nicht nur hinsichtlich der Gesundheit unterstützt werden müsse, sondern auch hinsichtlich der Ökosysteme und der Verbesserung unseres Verständnisses der Pflanzen- und Tierphysiologie. ALLEA weist in der Stellungnahme darauf hin, dass die Berücksichtigung dieser wichtigen Bereiche bei den Prioritätsbereichen auch die Gefahr birgt, dass die verschiedenen Zuständigkeiten durcheinander gebracht werden könnten. Nach Meinung von ALLEA sollten Forschungsarbeiten im Dienste der öffentlichen Politik, gleich ob zur Lebensmittelsicherheit, zu Umweltthemen oder anderen Themen, durch die entsprechenden Direktionen oder nationalen Regierungsministerien finanziert werden. "Zur Vermeidung von Doppelarbeit und zur Bewahrung der Klarheit bezüglich der Zuständigkeiten besteht auf europäischer Ebene Bedarf an einem verbesserten Informationsaustausch zwischen der Generaldirektion Forschung und den anderen Generaldirektionen für Bereiche, die die Entwicklung der Politik betreffen." Die europäischen Institutionen müssen ein schnelleres und einfacheres europäisches Patentsystem sowie Finanzmechanismen einrichten, die Forschung und Entwicklung unterstützen, so ALLEA. ALLEA spricht sich auch für eine Zuteilung von EU-Mitteln an die Europäische Wissenschaftsstiftung (EWS) aus, die den finanziellen Beiträgen der nationalen Forschungsräte entspricht. "Eine derartige Unterstützung würde mit Sicherheit die Koordinierung der europäischen Forschung weiter voranbringen, und wäre ein Mittel zur Sicherstellung, dass die in der Begründung ausgedrückte Absicht bezüglich der Prioritätsthemen, dass die EU sich an von Mitgliedstaaten gemeinsam durchgeführten Forschungsprogrammen beteiligen sollte, weitgreifender durchgeführt wird", so ALLEA.