Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

Parlamentsausschuss fordert Klarstellung in der Genforschung

Der nichtständige Ausschuss für Humangenetik des Europäischen Parlaments beendete einen zweiten Gesprächstag mit der Forderung nach mehr Klarheit bei Patenten, mehr EU-Förderung und dem Schutz der Privatsphäre. Der Ausschussvorsitzende und luxemburgische MdEP Robert Goebbels ...

Der nichtständige Ausschuss für Humangenetik des Europäischen Parlaments beendete einen zweiten Gesprächstag mit der Forderung nach mehr Klarheit bei Patenten, mehr EU-Förderung und dem Schutz der Privatsphäre. Der Ausschussvorsitzende und luxemburgische MdEP Robert Goebbels beendete den zweiten Tag des runden Tisches mit der Feststellung, dass die EU eine möglichst breite gemeinsame Grundlage für ethische Regeln schaffen müsse, damit die unterschiedlichen Positionen aller Beteiligten berücksichtigt werden können. Goebbels kritisierte die Richtlinie zur Patentierung biotechnologischer Erfindungen als unvollständig. Auch nationale Vertreter äußerten die Sorge, dass durch fehlende klare Patentregelungen der Fortschritt in der Forschung behindert werden könne. Sie forderten eine Diskussion, die über die europäische Ebene hinausgeht, um das Aufkommen jedweder "Grauzonen" zu verhindern. Es wurde vorgeschlagen, dass das Europäische Patentamt klarere Richtlinien zu dieser Angelegenheit gibt. Die Vertreter waren sich darin einig, dass zusätzliche Mittel für die Forschung unter der Bedingung bereitgestellt werden sollte, dass strikte ethische Richtlinien befolgt werden. Hinsichtlich der Nutzung genetischer Informationen gab es breite Zustimmung, dass das "Recht auf Wissen" und das "Recht auf Nichtwissen" nach einem Gentest respektiert werden müsse. Dazu müsse man die bei dem Test offengelegten Informationen schützen und sicherstellen, dass diese keinen Dritten zugänglich gemacht werden. Dadurch dürfte die Gefahr der Diskriminierung von Einzelpersonen, die sich einem Gentest unterzogen haben, durch Banken oder Versicherungen begrenzt werden. Vertreter aus dem Vereinigten Königreich hoben jedoch die Bedeutung statistischer Instrumente für die Forschung hervor, insbesondere auf dem Gebiet der Epidemiologie, und betonten, dass genetische Datenbanken äußerst hilfreich für das Verständnis und die Bekämpfung bestimmter Krankheiten seien. Es wurde vorgeschlagen, dass die Rolle der EU in der Humangenetik und Forschung darin bestehen könne, klare Regeln auf diesem Gebiet mit festzulegen. Britische Wissenschaftler fordern mittlerweile ein zeitweiliges internationales Verbot des Klonens von Menschen in dem Bestreben, andere Länder von der Durchführung von Experimenten auf dem Gebiet des reproduktiven Klonens abzuhalten. Die Forschung auf dem Gebiet des therapeutischen Klonens zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden ist im Vereinigten Königreich legal und wird von der British Royal Society unterstützt, Wissenschaftler fürchten jedoch die Auswirkungen dieser Forschung im Ausland. "Wir glauben, dass ein Verbot des reproduktiven Klonens Unterstützung in der Öffentlichkeit fände und derzeit aus wissenschaftlichen Gründen gerechtfertigt ist", soll das Mitglied der Royal Society Professor Richard Gardner gesagt haben. "Es würde außerdem dazu beitragen, das Vertrauen der Öffentlichkeit zu verbessern", sagte er.