Studie der Kommission zeigt, dass der Breitband-Internetzugang in Europa auf dem Vormarsch ist
Die am 9. Oktober veröffentlichte unabhängige Studie der Europäischen Kommission "Die Entwicklung der Breitband-Zugangsplattformen in Europa" zeigt, dass die europäischen Haushalte und KMU (kleine und mittlere Unternehmen) zunehmend Breitband-Internetzugangsplattformen wie beispielsweise ADSL und Kabelmodem verwenden werden, da die Nachfrage nach einem Hochgeschwindigkeitszugang zum Internet steigt. Die Studie sagt voraus, dass verschiedene Faktoren das Tempo der Breitbandaufnahme in den Mitgliedstaaten beeinflussen werden, wobei sich Kabelmodem und ADSL jedoch rasch zu den führenden Technologien beim Hochgeschwindigkeitszugang zum Internet entwickeln werden. Der für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige EU-Kommissar Erkki Liikanen sagte: "Die Studie sagt uns ganz deutlich, dass die Zukunft des Internet im Breitband liegt. Was Europa jetzt braucht, ist eine zukunftsorientierte Strategie, mit der sichergestellt wird, dass das Breitband-Internet schnell zu allen Bürgern Europas kommt. Dies wird eine unserer höchsten Prioritäten für das Jahr 2002 sein." Der Studie zufolge werden der Zugang zum Internet über Kabelfernsehnetze mit einem Kabelmodem oder der Zugang über das herkömmliche Kupfertelefonnetz mit der ADSL-Digitaltechnologie schon bald die beliebtesten Möglichkeiten für einen schnelleren Internetzugang sein. Die Studie sagt voraus, dass diese bis 2005 gemeinsam über die Hälfte aller Internetverbindungen von KMU (kleine und mittlere Unternehmen) sowie privaten Haushalten ausmachen könnten. Die Studie zeigt ferner, dass das Tempo, mit dem der Breitbandzugang in den Haushalten und KMU der EU aufgenommen wird, von einer Reihe von Faktoren abhängt. In der Studie heißt es, dass die Nachfrage nach einem schnelleren Online-Zugang in den Mitgliedstaaten am größten sein werde, in denen das Internet am weitesten verbreitet sei. Es wird außerdem festgestellt, dass das Breitband in den Ländern, die den Telekommunikationsmarkt am zügigsten entreguliert haben, schneller aufgenommen werden wird, da der Wettbewerb zwischen den ADSL-Betreibern sowohl für Firmen- als auch für Privatkunden zu attraktiveren Paketen führt. Die Mitgliedstaaten, die den größten Wettbewerb über die einzelnen Zugangsplattformen hinweg haben, werden ebenfalls bei der Aufnahme des Breitbandzugangs vorne liegen, heißt es in der Studie, da dort, wo es einen direkten Wettbewerb zwischen Kabelmodem und ADSL gibt, die Verbreitung schneller vonstatten gehe und die Preise attraktiver seien. Die Studie verglich ferner die Penetration des Breitbandes in den Haushalten der EU, USA und Japan. Die Ergebnisse zeigen, dass die USA derzeit im Hinblick auf die Breitbandentwicklung sowohl der Europäischen Union als auch Japan voraus ist und dies vermutlich auch für drei bis fünf Jahre so bleiben wird. In Japan liegen Digitalkabel und ADSL auf einem vergleichbaren Verbreitungsniveau wie in der EU, wobei die Penetration insgesamt in den Haushalten für diese Arten des Internetzugangs bei 2,6 Prozent gegenüber 2,7 Prozent in Europa liegt. Die USA führen das Feld mit 4,3 Prozent an. Der Wert für die EU zeigt eine derzeitige Penetration des Digitalkabels in den Haushalten in Höhe von 1,6 Prozent, und für ADSL in Höhe von 1,1 Prozent. Die Förderung der Internetnutzung der KMU ist eines der wichtigsten Ziele der eEurope-Initiative der Europäischen Kommission, die 1999 zur Verbesserung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien gestartet wurde. Der Bericht stellt fest, dass trotz der vorhergesagten Popularität von ADSL und Kabelmodem beide Formen Übergangslösungen darstellen, da keines der beiden Systeme in der Lage ist, mit der künftigen Multimedianachfrage Schritt zu halten. In dem Bericht heißt es, dass die Zukunft des Internetzugangs in der Glasfasertechnologie liege, welche eine nahezu unbegrenzte Bandbreite biete; danach könnten bis 2010 Glasfasern 30 Prozent aller Internetverbindungen zu den europäischen Haushalten und KMU ausmachen. Dem Bericht zufolge findet diese Entwicklung wahrscheinlich als Reaktion auf die Nachfrage der Nutzer nach Internetanwendungen und -inhalten statt, welche über die Kapazität anderer Internettechnologien hinausgehen, wobei es jedoch derzeit keine Nachfrage nach Glasfasernetzen gibt.