IT-Kluft zwischen der EU und den USA wird größer, so ein europäischer IT-Bericht
Ein Bericht der europäischen IT-Beobachtungsstelle (EITO - European Information Technology Observatory) hat gezeigt, dass sich die Kluft zwischen den USA und Europa bei der effektiven Nutzung des Internet und anderer Informationstechnologien vergrößert hat und sich noch weiter vergrößern könnte. In dem EITO-Bericht werden Daten von 1992 bis 1998 ausgewertet. Die EITO, eine europäische Initiative, veröffentlicht einmal jährlich einen Überblick über den europäischen Markt der Informations- und Kommunikationstechnologien. EITO wird von der GD Unternehmen und Informationsgesellschaft der Kommission, dem Direktorat für Wissenschaft, Technologie und Industrie der OECD und weiteren europäischen Organisationen gefördert. Die jüngste Analyse hat ergeben, dass während des Zeitraums von 1992 bis 1998 der prozentuale Anteil des BIP (Bruttoinlandsprodukts), den die USA in die Informationstechnologien investieren, zuerst einen Vorsprung von 50 Prozent im Vergleich zu Europa ausmachte und jetzt sogar auf das Zweifache der EU-Ausgaben gestiegen ist. Da das Pro-Kopf-BIP der USA höher ist als das Europas und zudem auch noch schneller wächst, legen die Zahlen die Steigerungsrate sowie die bestehende Lücke bei den Ausgaben offen. Der Bericht enthüllt ebenfalls, dass die Pro-Kopf-Investitionen der USA in jedem Jahr das Zweifache im Vergleich zu Europa betrugen. Eine Ausnahme bildete das Jahr 1992, als diese nur um 50 Prozent höher lagen. Das kumulative Niveau der Investitionen pro Person in den USA betrug zwischen 1992 und 1998 das 2,15fache dessen Europas. Das bedeutet, dass im Jahr 1998 in den USA von 100 Menschen mehr als 50 einen PC (Personal Computer) besaßen, während es in der EU im Durchschnitt 20 Personen waren. Im Dezember 1999 startete die Europäische Kommission die Initiative eEurope, um alle Europäer an den Vorteilen der Informationsgesellschaft teilhaben zu lassen. Die Ergebnisse des Europäischen Innovationsanzeigers 2001 demonstrieren, dass einige EU-Länder nun eine Vorreiterrolle vor den USA und Japan beim Einsatz des Internet einnehmen, wobei die Niederlande, Schweden und Dänemark bei der Anzahl der ans Internet angeschlossenen Haushalte jetzt weltweit an der Spitze liegen. Im Juni 2000 einigten sich die europäischen Staats- und Regierungschefs auf den Start des Aktionsplans eEurope der Kommission im Jahr 2002. Im Plan wird eine Übersicht über die drei Hauptziele gegeben, die erreicht werden sollen: ein kostengünstigeres, schnelleres und sicheres Internet, Investitionen in Menschen und Fähigkeiten sowie die Förderung der Nutzung des Internet.