Wachstum des e-Learning wird nicht vom Vertrauen der Nutzer begleitet
Der kommerzielle Erfolg der Techniken des e-Learning wurde nicht vom gleichen Optimismus vonseiten der Lehrkräfte und dem pädagogischen Personal, die damit arbeiten, begleitet. Dies geht aus zwei neuen Umfragen hervor. Cedefop, das europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung, führte zwei Umfragen durch ("eLearning und Ausbildung in Europa" und "Einschätzung des eLearning durch die Nutzer") und stellte die Ergebnisse auf den Konferenzen eLearn Expo in Paris und Learntec 2002 Anfang Februar vor. Die Umfragen ergaben, dass Anbieter von Produkten und Dienstleistungen rund um das e-Learning zwar jährliche Umsatzsteigerungen von 70 Prozent verbuchen konnten, jedoch nur 17 Prozent der Lehrkräfte und Ausbilder, die an der Umfrage teilnahmen, das Gefühl hatten, dass sie hinsichtlich ihrer Fähigkeiten, die Techniken des e-Learning einzusetzen, gut gerüstet sind. Das Missverhältnis zwischen den positiven Nachrichten hinsichtlich der kommerziellen Seite des e-Learning, das nun über 30 Prozent der Umsätze öffentlicher und privater Anbieter ausmacht, verglichen mit 18 Prozent vor zwei Jahren, und der Bedenken der Nutzer muss laut eines Sprechers von Cedefop angegangen werden. "Viele Menschen in der Branche zeichnen ein sehr optimistisches Bild und in mancher Hinsicht haben sie Recht. Wenn wir jedoch die Ansichten von den Menschen hören, die das e-Learning anbieten könnten, und denjenigen, die davon profitieren sollen, und auch von den Menschen, die die Inhalte entwickeln sollen, so stellen wir fest, dass das Vertrauen oft sehr weit hinter dem allgemeinen Optimismus zurückbleibt." Die Umfragen ergaben ebenfalls, dass einige EU-Länder die Techniken des e-Learning stärker angenommen haben als andere. Finnland, Deutschland, Spanien und Frankreich stehen ihnen besonders offen gegenüber.