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Inhalt archiviert am 2023-01-01

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Wissenschaftlicher Lenkungsausschuss der EU dürfte bestätigen, dass Muskelfleisch von Rindern kein BSE-Risiko birgt

Quellen der Europäischen Kommission zufolge wird der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss der EU an seiner "feststehenden Meinung" festhalten, dass BSE-Prionen nicht die Muskeln von Rindern befallen. Die Bestätigung der vorherrschenden Meinung zu dieser Frage erfolgt infolge de...

Quellen der Europäischen Kommission zufolge wird der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss der EU an seiner "feststehenden Meinung" festhalten, dass BSE-Prionen nicht die Muskeln von Rindern befallen. Die Bestätigung der vorherrschenden Meinung zu dieser Frage erfolgt infolge der Veröffentlichung entsprechender Erkenntnisse - in Form neuer Testergebnisse - durch die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFASSA. Dieser Streit in der BSE-Debatte kam letzte Woche zustande, als Forschungsergebnisse, die der Nobelpreisträger Stanley Prusiner von der University of California bekannt gab, Bedenken aufkommen ließen, dass die wissenschaftliche Basis der gegenwärtigen Maßnahmen zur Bekämpfung von BSE falsch sein könnten. Das Forschungsteam von Prusiner hatte Prionen in den Hinterbeinen von Mäusen festgestellt, was darauf schließen lässt, dass BSE-Prionen in der Lage sein könnten, die Muskeln von Rindern zu infizieren. Bislang basierten Maßnahmen zur BSE-Bekämpfung auf der Annahme, dass Prionen nur durch Nervensysteme oder lymphatische Gewebe der Rinder übertragen werden. Die französischen Behörden haben nach der Veröffentlichung der Ergebnisse von Prusiner beschlossen, neue Tests an Rindern durchzuführen. Allerdings fand die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFASSA in den Muskeln der BSE-infizierten Rinder, die sie testete, keine Prionen. Eine Sprecherin der Europäischen Kommission sagte gestern, dies bestätige Tests, die zuvor in Großbritannien durchgeführt wurden. Ihrer Meinung nach sind die Forschungsergebnisse von Prusiner aus zweierlei Gründen nicht maßgebend. Erstens stammen sie von Mäusen, und die Struktur von Mäusen könne nicht mit der von Menschen oder Rindern verglichen werden. Zweitens bezogen sich die Forschungsarbeiten von Prusiner auf das Prion der Traberkrankheit. Dieses sei dem BSE-Prion zwar ähnlich, es handele sich jedoch nicht um dasselbe Protein. "Die Auswirkungen dieser Forschung wurden in der Presse vollkommen überbewertet", so ihre Auffassung. "Stanley Prusiner ist ein guter Wissenschaftler, aber er ist auch ein guter PR-Mann." Sie wies darauf hin, dass der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss der EU zwar auf seinem nächsten Treffen über diese Forschungsergebnisse sprechen werde, die Ergebnisse jedoch "keine konkreten Auswirkungen" auf dessen feststehende Meinung haben werden, dass BSE-Prionen die Muskeln von Rindern nicht infizieren. "Es ist auch weiterhin relativ sicher, Muskelfleisch zu essen. Daran hat sich nichts geändert." Die Wissenschaftlichen Lenkungsausschüsse der EU treffen sich alle sechs Wochen. Sie setzen sich aus Mitgliedern von Forschungseinrichtungen und Universitäten zusammen und werden nicht von der Kommission bezahlt, sondern geben ihre Stellungnahmen auf freiwilliger Basis.

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