Die Kommission startet eine 20-Millionen-Euro-Forschungsinitiative zum Thema Umwelthormone
Die führenden europäischen Forscher, die sich mit den Auswirkungen von Umwelthormonen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt beschäftigen, sollen unter einem neu geschaffenen Forschungs-Cluster zusammengeführt werden, das von der Europäischen Kommission mit Finanzmitteln in Höhe von 20 Millionen Euro unterstützt wird. Umwelthormone rufen Veränderungen des endokrinen Systems von Menschen und Tieren hervor, da sie sich störend auf die Produktion, Sekretion oder Wirkung natürlicher Hormone auswirken, was in manchen Fällen zu Sterilität oder Geschlechtsveränderung bei Tieren führt. Das Cluster wird durch das Projekt EDEN koordiniert, umfasst 64 Organisationen in ganz Europa und erfasst ein breites Spektrum von Fachwissen und wissenschaftlichen Disziplinen, um die möglichen Auswirkungen dieser Schadstoffe auf die Umwelt und ihre Rolle bei endokrinbedingten Krankheiten des Menschen zu untersuchen. Wie Forschungskommissar Philippe Busquin erklärte, werden diese Maßnahmen, die unter dem Programm "Lebensqualität" des Fünften Forschungsrahmenprogramms finanziert werden, die laufenden Forschungen ergänzen, um die Gefahren durch die in der Umwelt vorhandenen Chemikalien zu bewerten und einen Beitrag für die Strategie der EU für Umwelthormone zu liefern. "Unsere Maßnahmen und Regelungen werden sich auf abgesicherte wissenschaftliche Beweise stützen, und wir werden unsere wissenschaftlichen Fähigkeiten aktualisieren, um Chemikalien auf mögliche endokrine Wirkungen hin zu testen", sagte er. Das Projekt EDEN (Umwelthormone) wird Veränderungen in der Genexpression auf Grund von Umwelthormonen untersuchen und die Auswirkungen der Exposition bei aquatischen Lebewesen und Labortieren erforschen. Daran beteiligt sind 22 Partner aus zehn Ländern, und der Gemeinschaftsbeitrag beläuft sich auf 8,7 Millionen Euro. Die Initiative COMPRENDO (Vergleichende Forschung über Umwelthormone) umfasst 13 Partner aus neun Ländern, die die Auswirkungen von Umwelthormonen auf die Evolution untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf androgenen und antiandrogenen Verbindungen liegen wird. Der Gemeinschaftsbeitrag beläuft sich auf 3,3 Millionen Euro. EURISKED wird multi-organische Risikobewertungen von ausgewählten Umwelthormonen durchführen und wird von zehn Partnern aus acht Ländern verwaltet werden. Dazu stehen EU-Mittel in Höhe von 3,1 Millionen Euro bereit. Das Projekt FIRE wird sich auf die Risikobewertung von bromhaltigen Flammhemmern konzentrieren, die im Verdacht stehen, endokrine Wirkung auf Menschen und wild lebende Pflanzen und Tiere zu haben. Daran beteiligt sind 19 Partner aus sieben Ländern, und der Gemeinschaftsbeitrag beläuft sich auf 4,9 Millionen Euro. Wie Tuomo Karjalainen, wissenschaftlicher Referent des Programms "Lebensqualität" der GD Forschung, erklärte, soll das EDEN-Cluster als Beispiel für weitere integrierte Großprojekte dienen, wie sie unter dem nächsten Forschungsrahmenprogramm (RP6) vorgesehen seien. Weitere laufende und geplante Projekte über Umwelthormone sollen über Seminare und andere Veranstaltungen ebenfalls mit dem Projekt informell verbunden werden, um das europäische Forschungspotenzial auf diesem Gebiet weiter zu stärken.