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Inhalt archiviert am 2023-01-01

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Ungenügende Fortschritte des EU-Energiesektors bei der Senkung der Umweltauswirkungen

Die EU könnte Gefahr laufen, den im Protokoll von Kyoto festgelegten Zielwert für die Verringerung der Treibhausgase zu verfehlen, falls die Politik jetzt keine Maßnahmen ergreift, langfristige Muster der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs zu ändern, heißt es im ersten...

Die EU könnte Gefahr laufen, den im Protokoll von Kyoto festgelegten Zielwert für die Verringerung der Treibhausgase zu verfehlen, falls die Politik jetzt keine Maßnahmen ergreift, langfristige Muster der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs zu ändern, heißt es im ersten Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) zu Energie und Umwelt in der EU, der am 30. Mai erschienen ist. Der Bericht mit dem Titel "Energy and Environment in the European Union" ("Energie und Umwelt in der Europäischen Union") zeigt, dass trotz der Senkung der Treibhausgasemissionen in der EU um 3,5 Prozent zwischen 1990 und 2000 weitere Maßnahmen nötig sind, um einen voraussichtlichen Anstieg der Emissionen im Energiebereich auf Grund der gestiegenen Nachfrage nach Kraftstoffen für den Verkehr aufzuhalten, der die Emissionen bis 2010 wieder auf das Niveau von 1990 anwachsen lassen könnte. Dem Bericht zufolge sei der Rückgang der Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit der Energienutzung in den vergangenen zehn Jahren einer Verringerung der Emissionen aus der verarbeitenden Industrie und dem Energieversorgungssektor zu verdanken gewesen. Dieser Erfolg sei aber inzwischen durch das Wachstum des Verkehrssektors größtenteils wieder zunichte gemacht worden. Die EUA gibt zu bedenken, dass - falls keine Maßnahmen ergriffen werden - die EU Gefahr laufe, ihr im Protokoll von Kyoto zum Klimawechsel festgelegtes Ziel zu verfehlen, wonach die Treibhausgasemissionen innerhalb der Jahre 2008 bis 2012 um acht Prozent unter das Niveau von 1990 gesenkt werden sollen. Darüber hinaus dürfte der Energieverbrauch, der zwischen 1990 und 1999 um durchschnittlich 1,1 Prozent jährlich gestiegen war, auch über das Jahr 2010 hinaus weiter zunehmen. Dieser erhöhte Verbrauch, der vor allem auf die Zunahme des Verkehrs zurückgeführt wird, erschwere eine Verringerung der Treibhausgasemissionen, sofern die Politik jetzt keine Maßnahmen ergreife, langfristige Muster der Energieproduktion und des Energieverbrauchs zu ändern, so die EUA. "Der Bericht zeigt, dass trotz einiger Erfolge bis jetzt im Allgemeinen noch zu wenig Fortschritte bei der Berücksichtigung der Bedürfnisse des Umweltschutzes in der Energiepolitik gemacht wurden", sagte Domingo Jiménez-Beltrán, der Exekutivdirektor der EUA. "Er zeigt außerdem, dass einige Länder und Sektoren in der EU deutlich besser abschneiden als andere. Die EU könnte ihr Gesamtergebnis verbessern, wenn die Mitgliedstaaten mit einer unterdurchschnittlichen Leistung von den Spitzenreitern lernen", fuhr er fort. Der Bericht verwendet Fortschrittsindikatoren, um zu bewerten, wie effizient Umweltpolitik und Umweltprobleme in die Energiepolitik der EU und ihrer Mitgliedstaaten einbezogen werden, was ein erklärtes Ziel des EU-Vertrages ist. Er hebt hervor, dass trotz der höheren Besteuerung von Energie die meisten Energiepreise in der EU seit 1985 gefallen sind. Dieser Trend dürfte Energiesparmaßnahmen behindern und vielleicht sogar den Energieverbrauch fördern, sofern die Politik keine Maßnahmen für ein besseres Energienachfrage-Management und zur Integration der "externen" Energiekosten - in Zusammenhang mit der Umwelt und der menschlichen Gesundheit - in ihren Preis ergreift. Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass innovative Ansätze bei der Entwicklung weniger umweltschädlicher Technologien benötigt werden, die Forschungs- und Entwicklungsausgaben im Bereich Energie jedoch zwischen 1990 und 1998 um rund 30 Prozent zurückgegangen sind. Er gibt zu bedenken, dass die Wachstumsrate für Strom aus erneuerbaren Energiequellen - 2,8 Prozent jährlich zwischen 1990 und 1999 - verdoppelt werden müsse, wenn der Zielvorgabe für 2010 entsprochen und der Anteil an erneuerbaren Energien am Stromverbrauch der EU auf 22,1 Prozent angehoben werden soll. Der Bericht zeigt auch Fortschritte in einigen Bereichen auf. Er lässt erkennen, dass Maßnahmen zur Verringerung der Luftverschmutzung in Zusammenhang mit der Energienutzung Erfolg hatten und die Öleinleitungen ins Meer reduziert wurden. Der verarbeitenden Industrie ist es - allerdings als bisher einzigem Sektor - gelungen, ihren Energieverbrauch von ihrem wirtschaftlichen Wachstum "abzukoppeln". Ihr Energieverbrauch war 1999 etwa so hoch wie 1990.

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