Mehr Frauen in den wissenschaftlichen Studiengängen in Deutschland, aber Männer dominieren noch
Ein Bericht der Bund-Länder-Kommission (BLK) für Bildungsplanung und Forschungsförderung zeigt auf, dass sich in Deutschland jetzt mehr Frauen für Studiengänge wie Ingenieurwissenschaften und Informatik entscheiden, die vorher noch von Männern dominiert waren. Die BLK arbeitet seit über zehn Jahren an strukturellen Veränderungen in Schulen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zur Herstellung der Chancengleichheit für Mädchen und junge Frauen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften. Mit 21,1 Prozent Studienanfängerinnen (jeweils erstes Hochschulsemester) bei der Fachgruppe Ingenieurwissenschaften insgesamt wurde jetzt ein Höchststand erreicht. Die Anzahl der Frauen, die Informatik studieren, hat sich ebenfalls beträchtlich erhöht: von 1.000 im Jahr 1995 auf 5.000 im Jahr 2000. Dies entspricht einer Frauenquote von 18,3 Prozent im Studiengang Informatik. Auch das Fach Maschinenbau ist unter den Frauen in der Popularität deutlich gestiegen. Der Anteil der Studentinnen betrug hier 18,5 Prozent im Jahr 2000. Das "unbeliebteste" Fach für Frauen ist noch immer das Fach Elektrotechnik mit 9 Prozent. Obwohl dies ein geringer Prozentsatz ist, gehen die Zahlen doch kontinuierlich nach oben. Junge Frauen entscheiden sich seltener für die "klassischen" natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge, sondern eher für lebens- und anwendungsnahe Fächer möglichst mit interdisziplinären Bezügen, wie etwa Gesundheits- und Umwelttechnik, Textil- und Bekleidungstechnik, Innenarchitektur oder Medientechnik, lautet das Resümee des BLK-Berichts. Der Bericht empfiehlt die Weiterentwicklung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts und wünscht sich darüber hinaus, dass durch entsprechende Maßnahmen das Selbstvertrauen der Mädchen gesteigert wird, ihre mathematisch-naturwissenschaftlichen Interessen angeregt und sie zur Nutzung der neuen Medien motiviert werden.
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