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Inhalt archiviert am 2023-01-01

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Virtuelle Hände greifen über den Atlantik

Wissenschaftler in London und Boston haben über das Internet ein Experiment durchgeführt, um die neuesten Errungenschaften der taktilen Technologie zu demonstrieren, wobei zwischen den Teilnehmern über 4.800 km lagen. Dabei setzten sie einen Computer und einen kleinen Roboter...

Wissenschaftler in London und Boston haben über das Internet ein Experiment durchgeführt, um die neuesten Errungenschaften der taktilen Technologie zu demonstrieren, wobei zwischen den Teilnehmern über 4.800 km lagen. Dabei setzten sie einen Computer und einen kleinen Roboterarm statt, wie üblich, einer Maus ein. Der von der Firma Sensable Technologies entwickelte Arm besitzt an seinem Ende eine Vorrichtung, die einem dicken Stift ähnelt. Der Versuchsleiter greift diesen Stift und kann so fühlen, was in der virtuellen Welt vor sich geht. Umgekehrt werden seine Bewegungen zu den anderen Teilnehmern übertragen. Der Arm, genannt "das Phantom", vermittelt den Nutzern das Gefühl einer Berührung, indem er genau abgestimmte Kräfte an die Finger weitergibt. Die Teilnehmer konnten umgehend spüren, ob andere die virtuellen Objekte in ihrer gemeinsamen Computerwelt zogen, drückten oder anderweitig bewegten. Professor Mel Slater vom Informatik-Labor des University College London, der Chef eines der teilnehmenden Forschungsteams, erklärte: "Man kann nicht nur die resultierende Kraft spüren, sondern auch die Beschaffenheit des jeweiligen Objekts, ob es weich oder hart, holz- oder fleischartig ist, fühlen. Der Arm ermöglicht es, auch über große Entfernungen hinweg ein Gefühl der Gemeinsamkeit zu erzeugen." Die Teilnehmer an diesem bahnbrechenden Experiment verfügten über die Ansicht eines virtuellen Raums, in dem eine große schwarze Kiste stand. Ihre Aufgabe bestand darin, über den Atlantik hinweg zusammenzuarbeiten, um die schwarze Kiste anzuheben. Eines der größten Probleme, die sich den Teilnehmern stellten, war die Verzögerung beim Datenversand über das Internet. Damit die Teilnehmer effektiv zusammenarbeiten können, dürfen die Verzögerungen höchstens 130 Millisekunden lang sein. Eine längere Verzögerung zwischen Aktion und Reaktion in der virtuellen Welt würde dazu führen, dass die Teilnehmer Schwierigkeiten bekommen, sich aufeinander einzustellen. Für Heimanwender ist die taktile Technik über weite Entfernungen jedoch noch Zukunftsmusik, denn sie erfordert sehr schnelle Netze, die Verzögerungen weitestgehend reduzieren.

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