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Inhalt archiviert am 2023-01-01

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Innovationspanel: Beziehungen zwischen Universitäten und Industrie entscheidend für Technologietransfer

"Ich war sehr überrascht und froh zu hören, dass die Universitäten aus Sicht der Kommission weiterhin eine sehr bedeutende Rolle im Innovationsprozess spielen werden", sagte Yves Poullet, Professor für Recht an den Universitäten von Namur und Lüttich in Belgien, am 12. Novembe...

"Ich war sehr überrascht und froh zu hören, dass die Universitäten aus Sicht der Kommission weiterhin eine sehr bedeutende Rolle im Innovationsprozess spielen werden", sagte Yves Poullet, Professor für Recht an den Universitäten von Namur und Lüttich in Belgien, am 12. November gegenüber CORDIS-Nachrichten. Professor Poullet war für die Leitung eines Rundtischgesprächs über Forschung und Innovation auf der Startveranstaltung des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) verantwortlich. Er war der Meinung, dass eine Diskussion über die "Jeckyll and Hyde"-Rolle der Forscher für die Teilnehmer besonders nützlich gewesen sei. Diese Beobachtung wurde von Anders Flodström, Direktor des Royal Institute of Technology an der Universität Stockholm, angesprochen. Professor Flodström, der das schwedische Modell als "einzigartig" bezeichnete, beschrieb, wie die politische Entscheidung, keine Forschungsinstitute zu schaffen, dazu geführt hat, dass die Universitäten diese Rolle übernommen haben. "Die schwedischen Forscher haben eine Jeckyll and Hyde-Rolle", so Professor Flodström. "Morgens können sie freie Forschung durchführen und nachmittags betreiben sie strategische Vertragsforschung." Professor Flodström verglich die Situation in Europa mit der in den USA, und insbesondere mit der renommierten Stanford University, wo "ungebundenes Geld reinkommt". In Europa dagegen "bezahlen sie [die Unternehmen] für etwas, also muss auch etwas erreicht werden. Das ist vertraglich festgelegt." "Ich denke, es ist ein sehr großes Problem innerhalb der Universitäten, wenn ein Professor eine aktive Rolle bei der Entwicklung der Beziehungen zwischen Universitäten und Unternehmen spielt", so Professor Poullet gegenüber CORDIS-Nachrichten. Er betonte, dass das Problem "direkt innerhalb der Universitäten angegangen werden muss. [...] Sie haben eine Universität für Bildung und Grundlagenforschung. Neben diesen Aktivitäten möchte eine bestimmte Anzahl von Akademikern auch Forschungsaktivitäten in Zusammenarbeit mit Unternehmen entwickeln", sagte er. Jürgen Wüst, Geschäftsführer von KEIM, erklärte, warum einige Universitäten dagegen sein könnten, dass Mitarbeiter auch eine Rolle in der Industrie spielen. "Die Lehre ist das wichtigste Element an Universitäten - die Qualität und die Studenten. Wir sollten das nicht vergessen." Er forderte dennoch einen "kreativen Kern" von Professoren, der in den Prozess des Technologietransfers einbezogen werden sollte. Die Einstellungen bezüglich einer Rolle an der Universität und in der Industrie sind in Europa erwartungsgemäß unterschiedlich. In Italien dürfen Mitarbeiter von Universitäten nicht im Verwaltungsrat eines Unternehmens sitzen. Professor Poullet verwies auf eine von der GD Unternehmen eingeleitete Studie, "die klar zeigt, dass sich mehr als 28 Prozent der Spin-offs im Vereinigten Königreich befinden und von Universitäten in diesem Land entwickelt wurden". "Wenn man diese Zahlen mit denen in südlichen Ländern vergleicht, so ist das unglaublich", sagte er. "Demnach scheint es, dass die Kultur an englischen Universitäten offener für Beziehungen mit Unternehmen und externen Gremien ist", schloss Professor Poullet. Professor Poullet hat persönliche Erfahrung mit den Schwierigkeiten, die derartige kulturelle Unterschiede verursachen können, da er derzeit an der Schaffung eines interuniversitären Netzwerks mitwirkt. "Wir diskutieren mit Norwegern, Engländern, Spaniern und Deutschen. Alle diese Partner haben verschiedene Mentalitäten, verschiedene Gesetzesstrukturen und verschiedene soziale Statuten für die Forscher. Es ist wirklich sehr schwierig, diese paneuropäischen Einrichtungen zu schaffen, die wir haben möchten." Professor Poullet ist jedoch der Meinung, dass solche Netzwerke von grundlegender Bedeutung für die Innovation sind. Rachel Fletcher, Geschäftsführerin bei Beta Technologies, der Nationalen Kontaktstelle des Vereinigten Königreichs für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), hob die Erwartungen sowohl seitens der Unternehmen als auch der Universitäten hervor sowie die Auswirkungen, die diese auf die Beziehungen haben können. "Es gibt einen Unterschied zwischen den Erwartungen und Wünschen der Industrie", sagte Fletcher. Sie erwarte Spitzenforschung, Engagement für das Projekt und pünktliche Ergebnisse, erklärte sie. Außerdem verlange die Industrie eine kurzfristige Vorlage der Ergebnisse, da es für Unternehmen, und insbesondere für KMU, sehr schwierig sei, in der Kategorie von Fünfjahresprojekten zu denken. Die Industrie wolle auch eine multidisziplinäre Forschung, sagte Fletcher, da sich die von ihr geforderte Forschung häufig auf eine Vielzahl von universitären Fachrichtungen bezieht. "Aber alle KMU sind unterschiedlich", meinte Fletcher. "Es ist nicht möglich, dass Universitäten sagen, 'wenn wir so arbeiten, können wir mit KMU zusammenarbeiten'", betonte sie. Der Generaldirektor für Unternehmen Jean-Paul Mingasson, der die Rolle der Innovation im RP6 erörterte, meinte, dass "es natürlich ist, dass die Innovation einen wesentlichen Bestandteil des Sechsten Rahmenprogramms darstellen sollte". Es sei wichtig, dass die europäische Innovationspolitik die Innovationsbasis durch die Bildung von Netzwerken verstärkt und neue Konzepte ausprobiert, um die Innovation anzuregen, fügte er hinzu. Der Direktor der Direktion Innovation der GD Unternehmen Giulio Grata bemerkte, dass die große Beteiligung an der Innovationssitzung, sicherlich mehr als 1,4 Prozent der Konferenzteilnehmer, und der Anteil der RP6-Mittel, die in die Innovation fließen werden, zeigten, dass "das Thema Innovation wichtig ist und keine Gelegenheit zum Austausch von Meinungen ausgelassen werden darf". Unter dem ersten spezifischen Programm des RP6 werden 10 Millionen Euro für Innovationsmaßnahmen zur Verfügung gestellt, erklärte Dr. Grata. Die Mittel werden zur Durchführung weiterer Studien zu spezifischen innovationspolitischen Themen, einschließlich der Analyse des Verwaltungs- und Regulierungsumfelds, verwendet. Die Direktion Innovation wird außerdem die Innovationserhebung der Gemeinschaft und das Trendchart der Innovation in Europa weiterführen. Beteiligte und Nutzer von Netzwerken werden weiterhin Priorität haben im Rahmen von Initiativen wie PAXIS (Pilot Action of Excellence for Innovative Start-ups) und dem "Gate2Growth Incubator-Forum". Die überregionale Zusammenarbeit wird gefördert und die Direktion wird weiterhin Unterstützung durch die Innovation Relay Centres, Helpdesks und CORDIS bereitstellen. Zur Analyse und Bewertung der Innovation in EU-finanzierten Forschungsprojekten sollten die integrierten Projekte unter dem RP6 als "ein großes Labor für Innovation" betrachtet werden, sagte Dr. Grata. Der stellvertretende Generaldirektor der GD Unternehmen Heinz Zourek beendete die Sitzung mit einem Appell an die nationalen Regierungen, "mit dem Gemeinschaftspatent fortzufahren und nicht herumzusitzen und über politische und unwichtige (mit Ausnahme der politischen) Themen wie die Sprache zu diskutieren".

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