Das Very Large Telescope (VLT) der ESO nimmt Nahinfrarotbild des Planeten Uranus auf
Es ist kürzlich gelungen, mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte eine einmalige Aufnahme des Planeten Uranus zu machen. Das Bild wurde am 19. November 2002 mit dem Mehrzweck-Beobachtungsinstrument ISAAC des VLT aufgenommen, das als das größte und fortschrittlichste optische Teleskop der Welt gilt. Die Beobachtungsbedingungen, die eine Belichtungszeit von fünf Minuten zuließen, waren günstig. Uranus ist der siebte Planet des Sonnensystems und er befindet sich in einer Entfernung von rund 3.000 Millionen Kilometer von der Erde, also 20 Mal die Entfernung zwischen Sonne und Erde. Wie man auf dem Nahinfrarotbild erkennen kann, sind sieben der Monde, von denen Uranus umgeben ist, sichtbar: Titania, Umbriel, Portia, Miranda, Puck und Ariel. Zwei dieser Monde wurden 1986 im Rahmen des Programms Voyager 2 identifiziert. Das Ziel der 1962 gegründeten Europäischen Südsternwarte war "die Errichtung und Verwendung eines mit leistungsfähigen Instrumenten ausgestatteten astronomischen Observatoriums in der südlichen Hemisphäre, mit dem die Zusammenarbeit in der Astronomie gefördert und koordiniert werden sollte". Die vom VLT gemachte Aufnahme ist ein Erfolg für die Mission der ESO, da sie ein klares und einzigartiges Bild der Ringe und Monde in der Atmosphäre des Uranus liefert: die geneigte Rotationsachse des Uranus ist eine Besonderheit im Sonnensystem und die Sichtbarkeit der Ringe, die diesen Planeten umgeben, beruht zum größten Teil auf dieser unüblichen Neigung. Der Planet Uranus wurde zwar bereits 1781 von William Herschel entdeckt, jedoch stießen erst 1977 die Astronomenteams des Kuiper Airborne Observatory (KAO) und des Perth Observatory (Australien) auf die Tatsache, dass dieser Gasplanet von Ringen umgeben ist.