EU-Projekt ergibt: Bessere Ernteerträge mit weniger Wasser
Dürregebiete in Südeuropa können nun dank eines Bewässerungs-Planungsprogramms, das kürzlich von einem EU-finanzierten Forschungsprojekt entwickelt wurde, gute Ernteerträge bei geringeren Bewässerungsmengen erzielen. Unter dem Programm FAIR des Vierten Rahmenprogramms arbeiteten Wissenschaftler aus vier EU-Mittelmeerländern an einem Projekt mit einem Gesamthaushalt von 727.500 Euro zusammen. Der Titel des Projekts lautet "Innovative biological indicators to improve the efficiency of water and nitrogen use and the fruit quality in tree crops" (Innovative biologische Indikatoren zur Verbesserung der Effizienz des Wasser- und Stickstoffeinsatzes und der Obstqualität bei Baumfrüchten). Das Projekt befasst sich mit dem erhöhten Wasserbedarf und den regelmäßigen Dürreperioden, die in vielen Regionen Südeuropas die Nachhaltigkeit der Bewässerungslandwirtschaft bedrohten. Der Schwerpunkt des Projekts lag auf Obstbäumen von hohem wirtschaftlichen Wert wie Zitrus- und Olivenbäumen, die auf Grund von Verzögerungseffekten, die sich erst in den Folgejahren bemerkbar machen, am meisten unter schlechter Wasserwirtschaft zu leiden haben. Ziel des Projekts war die optimale Ausnutzung von Wasser und Nährstoffen bei gleichzeitiger Minimierung der Wasser- und Nährstoffverluste und Verbesserung der Obstqualität. Bisherige Bewässerungsverfahren haben sich für die Bedürfnisse der Bewässerungslandwirtschaft, die sich zunehmend gezwungen sieht, Wasser zu sparen, als ungeeignet erwiesen. Mittels TDF-Sensoren (TDF = Trunk Diameter Fluctuation, Stammdurchmesser-Veränderung) konnten die Wissenschaftler den Wasser-Rückhaltestatus der Obstbäume messen. Die Daten wurden anschließend in das Bewässerungs-Planungsprogramm eingegeben und zur Ermittlung der Wassermenge verwendet, die zur Gesunderhaltung des Baumes und zur Aufrechterhaltung der Ertragsmenge nötig ist. Die Ergebnisse des Bewässerungs-Planungsprogramms waren überraschend: Es wurden Wassereinsparungen von 10 bis 30 Prozent bei gleichbleibendem Ertrag erzielt. Tatsächlich war eine erhebliche Verbesserung der Obstqualität festzustellen: Die beteiligten Wissenschaftler sind der Ansicht, dass die Obstqualität erhalten bleibt, wenn die Bewässerung der Bäume nicht bis zur vollständigen Sättigung erfolgt. Neben der Wassereinsparung und guten Obsterträgen ergab das Projekt außerdem eine Senkung der Stickstoffmengen, die in den Boden sickern. Dies ist ein wichtiges Resultat, das zur Verringerung der Gefahr der Grundwasserverschmutzung beitragen kann. Die Ergebnisse der Arbeit werden gegenwärtig auf akademischer Ebene veröffentlicht, aber auch bei den zuständigen Behörden in diesen Regionen bekannt gemacht. Das Ziel ist die Förderung effizienterer Anbaupraktiken.