Britische Konferenz über Wissenschaft im Dienst der Landwirtschaft
Bei einer Konferenz in London am 14. Januar, die untersuchte, ob die Wissenschaft eine Lösung für die Herausforderungen der Landwirtschaft im VK bieten kann, waren sich Landwirte, Berater, Wissenschaftler und Vertreter der britischen Regierung einig, dass die Wissenschaft für die Entwicklung der Landwirtschaft unentbehrlich ist. Dennoch seien Maßnahmen notwendig, damit die Wissenschaft integraler Bestandteil der Nahrungsmittelproduktion werden kann. Weitere Themen der Veranstaltung waren der Einfluss, den Wirtschaft, Politik und Verbraucher auf die Branche haben, und die Frage, ob die Naturwissenschaft entsprechende Antworten liefern kann, wie dies früher schon der Fall war. Veranstalter der Konferenz war die Landwirtschafts- und Umweltsektion der Society of Chemical Industry (SCI), eines Verbandes, der zum Informationsaustausch und zum besseren Verständnis zwischen Forschern, der Wirtschaft, Verbrauchern, Investoren und der Lehre beiträgt. Im Verlauf der Konferenz verwiesen mehrere Redner darauf, dass insbesondere in der Biologie wissenschaftliche Qualität vonnöten ist, um zahlreiche Gebiete innerhalb der Landwirtschaft und der Medizin weiter nach vorne zu bringen. Wie Dr. Clive Rahn gegenüber CORDIS-Nachrichten erklärte, wird die zukünftige Forschung "weit höhere Ansprüche an Mess- und Datenverarbeitungssysteme stellen und mehr Wert auf eine nachhaltige Raumordnung als allein auf die Landwirtschaft legen". Nach Angaben von Dr. Rahn betonte die Konferenz, dass die Landwirtschaft im VK sich an die Neuerungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) anpassen müsse, da Förderungen zukünftig wohl eher für die Verringerung der Umweltbelastung und die Erhöhung des gesellschaftlichen Werts der Landwirtschaft als für die Steigerung der Produktion vergeben würden. Darüber hinaus sollten neue Produktionsmethoden auf wissenschaftlicher Forschung beruhen, hieß es auf der Konferenz. Damit würde sichergestellt, dass die Landwirtschaft eine wichtigere Rolle in der Forschung spielt und ein Forum zum Austausch von Informationen und Wissen zwischen Forschung und Industrie darstellt. Ein weiteres Thema der Veranstaltung war das veränderte Verhalten der Gesellschaft gegenüber der Forschung im Lebensmittel- und Agrarbereich. Die Bürger verlangen sicherere und gesündere Lebensmittel, Qualität statt Quantität, das Recht darauf zu wissen und auszuwählen, wo ihre Lebensmittel herkommen, sowie eine artgerechtere Haltung von Nutztieren. Die jüngsten Auseinandersetzungen haben gezeigt, wie groß der Bedarf an landwirtschaftlicher Forschung und an Informationen über die Herkunft der Erzeugnisse ist. "Nach der Salmonellen-Krise im VK erholte sich der Umsatz der etablierten Eiererzeuger innerhalb weniger Wochen, während unbekanntere Marken Jahre brauchten", so Dr. Rahn. Die Forschung in den Bereichen Markenpolitik, Verfolgbarkeit und Produktqualität wurde als Möglichkeit zur Erhöhung der Lebensmittelqualität genannt.
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Vereinigtes Königreich