EU-Projekt: Wirtschaft und Umwelt können von alkoholischer Gärung profitieren
Ein neues EU-Projekt entwickelt vielversprechende Gärungstechniken, die sowohl für die Wirtschaft als auch für die Umwelt von Nutzen sein könnten. Das Projekt zur Entwicklung eines biotechnologischen, ertragsreichen Prozesses für die Äthanolproduktion auf Grundlage eines kontinuierlichen Gärungsbehälters (FERMATEC) soll neue Verfahren zur Erhöhung des bei der Gärung anfallenden Äthanols, der Grundlage alkoholischer Getränke, erarbeiten. FERMATEC wird unter dem Teilprogramm "Energie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung" (EESD) des Fünften Rahmenprogramms (RP5) finanziert. Das Projekt verfügt über ein Gesamtbudget von mehr als 962.000 Euro und umfasst zehn Partner aus dem VK, Spanien, Portugal und Deutschland. Laut Mike Dempsey von der Manchester Metropolitan University, die am Projekt mitwirkt, könnte eine höhere Äthanolproduktion positive wirtschaftliche und ökologische Impulse mit sich bringen. Äthanol ist ein umweltfreundlicher Ersatz für Benzin, denn es trägt netto nicht zur Emission von Kohlendioxid (CO2) bei: Aus Pflanzenabfällen der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelindustrie wird Zucker hergestellt, der anschließend vergoren und in Äthanol umgewandelt wird. Äthanol kann auch Treibstoffen zugesetzt werden und könnte toxische Treibstoffzuschläge wie Methyl-tertiär-Butylether (MTBE) ersetzen, das ursprünglich zur Senkung der Belastung durch Kohlenmonoxid und Smog gedacht war. Bisher setzen die meisten Brennereien immer noch die im 19. Jahrhundert von dem französischen Chemiker Louis Pasteur entwickelte Technik ein. Mit den früheren Techniken, so Dr. Dempsey, wurde Äthanol chargenweise hergestellt. Mit der nun in der Entwicklung befindlichen Technik sei jedoch eine kontinuierliche Produktion der Chemikalie möglich. "Der neue Prozess stützt sich auf die Wirkungsweise von Organismen im Gärbottich. Durch den Einsatz von Wirbelschichten lässt sich die Zellkonzentration um das Zehnfache vergrößern, und die Produktion würde sich in ähnlicher Weise erhöhen. Zusammen mit der kontinuierlichen Gärung dürfte sich die Produktion von Äthylalkohol [Äthanol] mindestens um das Zwanzigfache steigern lassen", erklärte Dr. Dempsey. Die Partner im Konsortium gehen davon aus, dass die neue Technik nach dem Abschluss des Projekts kommerzialisiert wird.