Liikanen: eGovernment ermöglicht offenen und umfassenden, produktiven öffentlichen Sektor
Durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) können Verwaltungen bessere Dienste erbringen, so der für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige EU-Kommissar Erkki Liikanen am 21. März. In seiner Rede auf der Internet- und Städtekonferenz "Local eGovernment in the Information Society" (Lokales eGovernment in der Informationsgesellschaft) sagte Liikanen, dass das eGovernment nicht so sehr ein Ziel sondern eher ein Instrument sei, das zur Verstärkung der politischen Prioritäten in Bereichen wie Kommunalverwaltung, kulturelle Identität und Bekämpfung der digitalen Kluft die technischen und organisatorischen Mittel biete. Liikanen führte Möglichkeiten an, wie durch das eGovernment die Funktionsweise der Verwaltung aktiv verbessert werden könnte. Durch das eGovernment könnten die Bürger schon von den Frühphasen an bei ihrer Beteiligung an der Entscheidungsfindung unterstützt werden. Dies führe zur Schaffung einer offenen Verwaltungsumgebung. "Eine offene Verwaltung [.] bedeutet eine höhere Transparenz und Verantwortlichkeit", so Liikanen. Ferner könnten die Bürger überprüfen, dass die öffentlichen Gelder gut investiert werden. Jedoch sei die Bereitstellung des eGovernment für alle Bürger ein Stolperstein, so Liikanen. "Verwaltungen haben eine viel schwierigere Aufgabe als Unternehmen zu bewältigen. Sie können sich ihre Kunden nicht aussuchen, sondern müssen jedem dienen. Wo Unternehmen sich auf die Effizienz konzentrieren können, müssen öffentliche Verwaltungen sowohl Effizienz als auch Fairness anstreben", fügte er hinzu. Zur Sicherstellung eines demokratischen Zugangs zum eGovernment, betonte Liikanen, sei in technologischer Hinsicht ein Multiplattform-Ansatz erforderlich. Durch die Verwendung des digitalen Fernsehens, von Kiosken in öffentlichen Bereichen und Mobiltelefonen würde für alle ein besserer Zugang zu öffentlichen Diensten gesichert sein. Der EU-Kommissar wies darauf hin, dass "jedoch die gleichbleibende und effiziente Bewältigung der Erbringung von öffentlichen Diensten sowohl auf verschiedenen Online-Plattformen als auch offline eine erhebliche Herausforderung sein wird". Das eGovernment sei zudem ein Instrument zur Steigerung des Produktivitätszuwachses in der gesamten Wirtschaft. Dies erfordere jedoch eine Umstrukturierung der öffentlichen Verwaltungen. "Gegen die Umstrukturierung von Verwaltungsabläufen wird es Widerstand geben, da dies oft bedeutet, dass Barrieren zwischen Abteilungen eingerissen werden müssen. Daher kann das eGovernment nicht durch die Abteilung Informationstechnologie geleitet werden", so Liikanen. Schließlich verwies Liikanen auf den Aktionsplan eEurope. Er hofft, dass dieser die Herausforderungen angeht, mit denen sowohl die Regierungen als auch die Bürger bei der Förderung des eGovernment in ihren Ländern konfrontiert sind. Als Teil des Aktionsplans wird bis Ende 2003 ein Grundgerüst für interoperable gesamteuropäische eGovernment-Dienste vorgeschlagen werden.