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Inhalt archiviert am 2023-01-13

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RP6 aus dem Blickwinkel der Nationalen Kontaktstellen

Nicht nur Forschungskonsortien in ganz Europa sehen erwartungsvoll dem Ergebnis der ersten Aufrufe zur Vorschlagseinreichung unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) entgegen, auch eine weitere Gruppe, die Nationalen Kontaktstellen, erwarten es mit Spannung. Als die Hauptinfo...

Nicht nur Forschungskonsortien in ganz Europa sehen erwartungsvoll dem Ergebnis der ersten Aufrufe zur Vorschlagseinreichung unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) entgegen, auch eine weitere Gruppe, die Nationalen Kontaktstellen, erwarten es mit Spannung. Als die Hauptinformationsquellen bezüglich der Forschungsrahmenprogramme der Gemeinschaft in der EU und den Beitrittsländern sind die Nationalen Kontaktstellen (NKS) mehr als viele Andere von den Veränderungen unter dem RP6 betroffen. CORDIS-Nachrichten sprach mit zwei NKS-Koordinatoren für das RP6 aus Finnland und aus Slowenien, um mehr über ihre Rolle, die Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, und ihre Ansichten zum RP6 und seinen neuen Instrumenten zu erfahren. Mai Tolonen ist die Koordinatorin für das NKS-System in Finnland und beschreibt das RP6 als ein neues und sehr interessantes Konzept. Der Beitrag des RP6 zur Schaffung eines Europäischen Forschungsraums (EFR) sei von besonderem Interesse, vor allem die zentrale Idee einer besseren Koordination zwischen EU- und nationalen Forschungsprogrammen. Das Konzept der Koordination ist für die finnischen NKS nicht neu. Seit 1992 arbeiten die Kontaktstellen entweder innerhalb von Tekes, der nationalen Technologieagentur, oder der Akademie von Finnland, dem nationalen Forschungsrat. Um möglichst viele Bereiche abzudecken und sicherzustellen, dass keine Chancen verpasst werden, hat jeder Schwerpunktbereich eine primäre und eine sekundäre NKS, eine in jeder der beiden Organisationen. Außerdem ist jede Kontaktstelle sowohl an nationalen Programmen als auch an EU-Aktivitäten beteiligt, um so doppelte Arbeit zu vermeiden. Diese Struktur spiegelt ziemlich genau das EFR-Konzept wider. Auf die Frage nach der allgemeinen Reaktion auf die Veränderungen im Rahmenprogramm antwortete Tolonen: "Anfangs gab es einige Ängste, insbesondere im Hinblick auf die neuen Instrumente, und es gibt immer noch ein paar Bedenken, z. B. was die Beteiligung von KMU [kleine und mittlere Unternehmen] angeht." Bei der Sicherstellung der Beteiligung von KMU an integrierten Projekten und den traditionellen Instrumenten liegt die Rolle der NKS laut Tolonen in der nationalen Vernetzung kleiner und großer Unternehmen und darin, hoch qualifizierte Partner in anderen Ländern zu finden, mit denen Konsortien gebildet werden können. Finnland hat auch ein System der "Vorbereitungsfinanzierung" eingeführt, das Unternehmen die notwendige Unterstützung bietet, um sich von EU-Projekten eine Vorstellung zu machen und sich dafür zu bewerben. Dies ist für größere Unternehmen, die potenzielle Koordinatoren von Konsortien sind, ein willkommener Anreiz, doch für KMU mit weniger Ressourcen für Forschungsprojekte von grundlegender Bedeutung. Tolonen erklärt, dass sie und ihre Kollegen im Allgemeinen dem RP6 und der finnischen Beteiligung sehr optimistisch entgegen sehen. Was die Art der Unterstützung, die sie sich wünschen, um die Beteiligung noch mehr zu steigern, betrifft, meint Tolonen: "Die internationale Vernetzung der NKS innerhalb der verschiedenen beteiligten Länder hat unter dem RP6 eine deutlich höhere Priorität - die Kommission hat in diesem Bereich Anstrengungen unternommen und wir wünschen uns, dass sie weitere Initiativen vorantreibt." Ein großer Vorteil wäre auch, nützliche Daten über Finnlands Leistung zu erhalten. "Wenn wir detaillierte Informationen über die finnische Beteiligung hätten, könnten wir messen, wie gut wir sind und wo wir uns noch verbessern müssen. Die Kommission teilt bestimmte Zahlen mit, aber oft nicht in der nutzerfreundlichsten Form. Auch Beispiele bestmöglicher Verfahren aus anderen Ländern wären sehr nützlich", erläuterte sie. Als eines der zehn EU-Beitrittsländer ist Slowenien unter dem RP6 ein voller und gleichberechtigter Partner. Der NKS-Koordinator für das RP6, Albin Babic, möchte, dass sein Land eine wichtige Rolle spielt. Für Babic war trotz der Eile, die dabei geboten war, mit den Finanzmodalitäten zurechtzukommen, die slowenische Beteiligung an den Aufrufen zur Vorschlagseinreichung ermutigend und er erwartet, dass sich diese Bemühungen im Endergebnis widerspiegeln. Der eigentliche Schwerpunkt des slowenischen NKS-Netzes ist die Sensibilisierung für das Rahmenprogramm. Babic erklärt: "Wir versuchen, das RP6 populär zu machen und uns davon wegzubewegen, Fragen wie 'Was ist das Rahmenprogramm?' zu beantworten, hin zu einem umfassenderen Verständnis der Verfahren und der Struktur." Um ein solches Verständnis zu fördern, haben die slowenischen NKS bereits über 40 Vorträge über das RP6 und seine spezifischen vorrangigen Themenbereiche organisiert. Die typischen Teilnehmer seien Forscher von Hochschulen und anderen Einrichtungen, so Babic, aber Vertreter von Wirtschaftsorganisationen und KMU seien gezielt angesprochen worden, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Die NKS selbst sind beim Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Sport oder beim Wirtschaftsministerium angesiedelt, aber es gibt einen Koordinationsausschuss mit Vertretern anderer Ministerien, um sicherzustellen, dass jede Abteilung über die Möglichkeiten der Forschungszusammenarbeit in ihrem Bereich informiert ist. Initiativen zur Steigerung der nationalen Beteiligung umfassen ein regelmäßiges E-mail-Bulletin über Forschungsmöglichkeiten an über 10 000 potenzielle Auftragnehmer, eine Website auf Slowenisch und Englisch - für internationale Partner - die eine Partnersuchfunktion enthält, sowie ein System, um Partnerschaften zwischen KMU und Forschungsinstituten mit Erfahrung in der Teilnahme an vorangegangenen Rahmenprogrammen einzurichten. Slowenien sieht für sich selbst noch eine weiter reichende Rolle im RP6 und hat besondere Kontakte mit Ländern wie Serbien, Kroatien und Montenegro eingerichtet, um deren Beteiligung zu fördern. "Wir sind in einer einzigartigen Position, eine solche Initiative zu leiten, aufgrund unserer guten Kontakte in der Region und unserer kulturellen und sprachlichen Verbindungen, und wir glauben, dass es wichtig ist, zur Schaffung von Stabilität beizutragen", so Babic. Die NKS sind auch an einer Partnerschaft mit Ländern in den Alpen und der Adriaregion beteiligt, um gemeinsame Austauschbörsen zu organisieren, bei denen Kooperationsmöglichkeiten aufgetan werden. Zusammen mit den anderen Mitgliedern Österreich und Italien und den Beobachterstaaten Ungarn und Kroatien trägt Slowenien dazu bei, die Art von internationaler Kooperation zu fördern, die es als Schlüssel zum Erfolg unter dem RP6 betrachtet. Sowohl Tolonen als auch Babic meinen, dass sie nun auf die Ergebnisse der ersten Aufrufe zur Vorschlagseinreichung warten müssten, um zu sehen, wie effektiv ihre Bemühungen waren und Bereiche für zukünftige Aktivitäten festzulegen. Von einem Ziel jedoch glaubt Babic, dass er auf gutem Wege ist, es zu erreichen: "Ich wurde schon eine ganze Weile nicht mehr gefragt 'Was ist das RP6?' ", bemerkte er.

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