Einschätzung der Auswirkungen wissenschaftlicher Beratung
In einer Sonderausgabe zum Bericht des Instituts für technologische Zukunftsforschung (IPTS) vertreten Isidoros Karatzas und Yves Dumont den Standpunkt, dass eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern erforderlich sei, um das öffentliche Misstrauen gegenüber Wissenschaftlern und Politikern zu überwinden und die Herausforderungen der modernen Gesellschaft zu meistern. Mit der Sonderausgabe zum IPTS-Bericht sollen die Auswirkungen wissenschaftlicher Beratung bewertet werden. In der Ausgabe wird über folgende Themen reflektiert: die soziale Verantwortung von Wissenschaftsexperten, Möglichkeiten, wie der Öffentlichkeit wissenschaftlicher Rat vermittelt werden kann, öffentliche Beteiligung am Entscheidungsfindungsprozess in Wissenschaft und Technologie, Bewertung der Auswirkungen wissenschaftlichen Rats und der Einfluss des Europäischen Forschungsbeirats (EURAB). Im Leitartikel skizzieren Karatzas und Dumont die traditionelle Beziehung zwischen Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern sowie die Gründe dafür, warum diese Beziehung nun neu bewertet werden muss. Wissenschaftler sind traditionell an der ersten Phase, in der sie Politiker beraten, stark beteiligt, während ihr Einfluss gegen Ende des Prozesses, in dem die Politik dann gestaltet und umgesetzt wird, abnimmt. Genau in dieser Phase kommen weitere Faktoren (soziale, kulturelle und finanzielle) ins Spiel, die oft zu einem Konflikt zwischen politischen Entscheidungsträgern und Wissenschaftlern führen. Karatzas und Dumont empfehlen in diesem Zusammenhang eine Veränderung der Kultur, was zu einer besseren Verständigung zwischen den Akteuren führen soll. Sie schlagen vor, dass Wissen von "Wissenschaft und Gesellschaft" in einem Prozess erzeugt wird, der auf öffentlichen Verhandlungen und Dialog basiert. Dies werde Konflikte zu Beginn des Prozesses beilegen und nicht am Ende, wenn eine politische Entscheidung bereits gefallen ist, so wie es gegenwärtig oft der Fall sei.