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Inhalt archiviert am 2023-01-13

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Nobelpreisträger empfiehlt Staaten Zurückhaltung bei Gen-Fragen

Nach Ansicht des Nobelpreisträgers und Mitentdeckers der DNA Dr. James Watson ist die Entscheidung über die Verwendung der Gene eines Menschen eine persönliche Angelegenheit und nicht Sache des Staates. In seiner Rede auf dem weltweiten Biowissenschaftsforum in Frankreich am ...

Nach Ansicht des Nobelpreisträgers und Mitentdeckers der DNA Dr. James Watson ist die Entscheidung über die Verwendung der Gene eines Menschen eine persönliche Angelegenheit und nicht Sache des Staates. In seiner Rede auf dem weltweiten Biowissenschaftsforum in Frankreich am 8. April sagte Dr. Watson, staatliche oder geistliche Vertreter hätten nicht das Recht, Regeln oder Vorschriften einzuführen, die individuelle Entscheidungen in Fragen der Genetik berühren. "Wir sind das Produkt unserer Gene, und niemand außer uns selbst sollte sich um unsere Belange kümmern oder für uns Verhaltensregeln aufstellen", sagte er. "Unsere Gesellschaft ist so multikulturell, dass wir nicht das Recht haben, anderen eine Verhaltsweise vorzuschreiben. Der Staat sollte sich aus Fragen der Genetik heraushalten." Ethische Fragen der Gentechnik sind seit einigen Jahren ein heiß diskutiertes Thema. Dr. Watson vertritt dabei die Ansicht, dass es ganz natürlich sei, wenn Eltern bestimmte genetische Merkmale ihrer Kinder wie z.B. die Körpergröße beeinflussen wollen. "Zivilisation heißt, den Menschen die Möglichkeit zu geben, Dinge zu verbessern. Verbesserungen zu verbieten, würde der menschlichen Natur zuwiderlaufen", erklärte er. In Bezug auf das Klonen zu reproduktiven Zwecken verwies Dr. Watson jedoch auf die große Gefahr eines Geburtsfehlers, da diese Technik noch nicht ausreichend entwickelt sei. Darüber hinaus könne das Klonen zwar eine Lösung für unfruchtbare Paare sein, die Vorteile des Klonens zu reproduktiven Zwecken seien jedoch noch nicht umfassend untersucht, so Dr. Watson. "Wahrscheinlich müsste das multiple Klonen verboten werden, denn es würde doch schon recht seltsam anmuten, wenn dieselbe Person in 50-facher Ausfertigung in London herumlaufen würde." Andere Teilnehmer der Konferenz teilten Dr. Watsons Meinung allerdings nicht. So widersprach insbesondere Nobelpreisträger Paul Nurse Dr. Watson. Seiner Ansicht nach sollte die gesamte Gesellschaft und nicht nur Einzelpersonen das Recht haben, die komplexen Fragen der Genforschung zu diskutieren. "Eine umfassende gesellschaftliche und politische Diskussion wäre wünschenswerter als lediglich Informationen zu verbreiten und jedem die Entscheidung selbst zu überlassen", sagte Sir Nurse.

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