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Inhalt archiviert am 2023-01-13

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Die Zukunft der Vorausschau-Kooperation in einer erweiterten EU: das Manifest der Konferenz von Ioannina

Die Konferenz "Foresight in the enlarged European Research and Innovation Area" (Vorausschau im erweiterten Europäischen Forschungs- und Innovationsraum) in Ioannina, Griechenland, fand am 16. Mai einen passenden Abschluss damit, dass in die Zukunft geblickt und eine gemeinsam...

Die Konferenz "Foresight in the enlarged European Research and Innovation Area" (Vorausschau im erweiterten Europäischen Forschungs- und Innovationsraum) in Ioannina, Griechenland, fand am 16. Mai einen passenden Abschluss damit, dass in die Zukunft geblickt und eine gemeinsame Vision für die zukünftige Vorausschau-Kooperation überlegt wurde, welche im Manifest der Konferenz von Ioannina festgehalten wurde. Die Teilnehmer der zweitägigen Veranstaltung kamen zusammen, um über das Manifest zu diskutieren, und nachdem sie sich auf einige kleinere Änderungen, wie z.B. eine stärkere Betonung der Auswirkungen von Vorausschau auf die Industrie, geeinigt hatten, wurde die endgültige Fassung mit überwältigender Mehrheit angenommen. In dem Manifest wird argumentiert, dass durch die Visualisierung der langfristigen Zukunft von Wissenschaft, Technologie, Gesellschaft und Wirtschaft die Vorausschau "eine wesentliche Rolle dabei spielt, effektive Kommunikationsverbindungen über organisatorische Grenzen zwischen politischen Entscheidungsträgern, Aktivitätsbereichen der Industrie und des Marktes und der Gesellschaft hinweg zu ermöglichen". Des Weiteren stärke die Vorausschau "die Demokratisierung der Regierungsführung, indem Belange der Gesellschaft in politische Entscheidungen eingebettet werden", heißt es weiter. In dem Manifest werden vorrangige Ziele für die Vorausschau-Gemeinschaft in Europa festgelegt. Dazu zählen die Stärkung der Verbindungen zwischen Praktizierenden und politisch Verantwortlichen, um zukünftige Entwicklungen in einem erweiterten Europa besser zu verstehen, die Kooperation bei der Vorausschau und den Transfer von Know-how zwischen EU-Mitgliedern, Beitrittsländern, Beitrittskandidaten und anderen Ländern zu fördern und "Strukturen zur Nutzung vorbildlicher Praktiken und zur Erleichterung der Kommunikation zwischen den wichtigsten Akteuren einzurichten". Weiterhin werden Entscheidungsträger, insbesondere innerhalb der Kommission, dazu aufgerufen, "ihre Bemühungen noch besser zu koordinieren, und zwar im Hinblick auf die Stärkung der Kooperation bei der Vorausschau auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene", neue Formen der Vorausschau-Kooperation und neue Initiativen auf überregionaler Ebene zu fördern und "die Einrichtung gesamteuropäischer Foren für Vorausschau und Kooperation mit der Zivilgesellschaft anzuregen". Schließlich werden Interessenvertreter der Vorausschau an Hochschulen, in der Industrie, der Regierung und der Zivilgesellschaft aufgerufen, Bereiche von gemeinsamem wissenschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Interesse für zukünftige Initiativen zu definieren, den Transfer von Wissen über und Erfahrungen mit der Vorausschau über Länder und Regionen hinweg zu stärken und die Möglichkeiten, die das Sechste Rahmenprogramm (RP6) bietet, zu nutzen, um nationale Prioritäten darzulegen und Projekte, Cluster und Exzellenznetze zu gründen, die von Nutzen für zukünftige Kooperationsinitiativen für Vorausschau sind. Nach Annahme des Manifests sprach CORDIS-Nachrichten mit einer Reihe von Konferenz-Delegierten und befragte sie zu ihrer Meinung über die Ziele und Ergebnisse der Veranstaltung. Dimitris Deniozos, griechischer Generalsekretär für Forschung und Entwicklung, betonte, dass sich durch die Teilnahme hochrangiger europäischer Politiker an der Veranstaltung das allgemeine Verständnis hinsichtlich der Rolle und Bedeutung der Vorausschau unter den politischen Entscheidungsträgern verbessert habe. "Außerdem konzentrierte sich diese Veranstaltung insbesondere auf die Methodik der Vorausschau und nicht nur einfach auf die Schaffung von Zukunftsszenarien und war daher von großem Nutzen", erklärte er. Deniozos unterstrich auch, wie geeignet Ioannina aufgrund seiner historischen Bedeutung als Ort, an dem sich vor 2.500 Jahren das Orakel des Zeus befand, als Veranstaltungsort für die Konferenz war. "Die Existenz von Bauwerken antiker Vorausschau-Aktivitäten am Rande der Konferenz zeigt, dass das Konzept nicht nur eine im Trend liegende moderne Erfindung ist, sondern ein seit langem vorhandenes menschliches Phänomen." Dr. Raoul Kneucker, Sektionschef beim österreichischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, betonte, dass die Konferenz es ermöglicht habe, die nächsten Schritte zur Ausweitung der europäischen Vorausschau-Kooperation festzulegen. "Diese umfassen nationale Vorausschaustudien in den Mitgliedstaaten und besonders den Beitrittsländern, ein ähnliches Verfahren auf EU-Ebene und das Benchmarking von Vorausschaupolitik und -praxis", erläuterte er. Dr. Kneucker fügte hinzu, dass die Anwesenheit wichtiger EU-Vertreter der Kommission eine wesentlich klarere Vorstellung vom Inhalt der bevorstehenden Aufforderungen zur Vorschlagseinreichung für Vorausschauinitiativen unter dem RP6 gegeben habe. In seinen abschließenden Bemerkungen zur Konferenz betonte der Generaldirektor der GD Forschung der Kommission, Achilleas Mitsos, dass die Vorausschau selbst nicht als Ziel betrachtet werden sollte, sondern vielmehr als ein wesentliches Instrument im weiteren Kontext wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts. "Wir müssen uns bemühen, dass richtige Gleichgewicht zwischen Optimismus und Skepsis, zwischen Realismus und Romantik zu finden", meinte er. Mitsos schloss mit einem Zitat des römischen Philosophen Seneca dem Jüngeren, um die Bedeutung der Vorausschau bei der Verfolgung von Europas weiteren Zielen zu unterstreichen: "Wer nicht weiß, welchen Hafen er anlaufen soll, bekommt keinen günstigen Wind."

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